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      <titleStmt>
        <title type="main">critique génétique</title>
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            <forename>Elmar</forename>
            <surname>Lenhart</surname>
          </persName>
        </author>
        <author>
          <persName>
            <forename>Anke</forename>
            <surname>Bosse</surname>
          </persName>
        </author>
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          <resp>Projektleitung</resp>
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            <forename>Helmut W.</forename>
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            <forename>Selina</forename>
            <surname>Galka</surname>
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          <resp>Datenmodellierung</resp>
          <persName>
            <forename>Elisabeth</forename>
            <surname>Steiner</surname>
          </persName>
        </respStmt>
        <funder>Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft
                    </funder>
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      <publicationStmt>
        <publisher>
          <orgName corresp="https://informationsmodellierung.uni-graz.at" ref="http://d-nb.info/gnd/1137284463">Zentrum für
                        Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital Humanities,
                        Karl-Franzens-Universität Graz</orgName>
          <country>Austria</country>
        </publisher>
        <authority>
          <orgName corresp="https://informationsmodellierung.uni-graz.at" ref="http://d-nb.info/gnd/1137284463">Zentrum für
                        Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital Humanities,
                        Karl-Franzens-Universität Graz</orgName>
          <country>Austria</country>
        </authority>
        <distributor>
          <orgName ref="https://gams.uni-graz.at">GAMS - Geisteswissenschaftliches
                        Asset Management System</orgName>
        </distributor>
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          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0">Creative Commons
                            BY 4.0</licence>
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        <date when="2021">2021</date>
        <pubPlace>Graz</pubPlace>
        <idno type="PID">o:konde.46</idno>
      </publicationStmt>
      <seriesStmt>
        <title ref="http://gams.uni-graz.at/konde">KONDE Weißbuch</title>
        <respStmt>
          <resp>Projektleitung</resp>
          <persName>
            <forename>Helmut W.</forename>
            <surname>Klug</surname>
          </persName>
        </respStmt>
      </seriesStmt>
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        <bibl>
          <title>Weißbuchartikel: critique génétique</title>
          <author>Elmar Lenhart</author>
          <author>Anke Bosse</author>
          <publisher>Herausgegeben von Helmut W. Klug unter Mitarbeit von Selina Galka und Elisabeth Steiner</publisher>
          <date>2021</date>
          <country>Austria</country>
        </bibl>
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      <projectDesc>
        <ab>
          <ref target="info:fedora/context:konde" type="context">KONDE Weißbuch</ref>
        </ab>
        <p>Im KONDE-Projekt, das aus Hochschulraumstrukturmitteln finanziert wird,
                        beschäftigten sich sieben universitäre Partner und drei weitere
                        Einrichtungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit theoretischen und
                        praktischen Aspekten der Digitalen Edition. Ein Outcome des Projektes
                        stellt das Weißbuch dar, welches über 200 Artikel zum Thema Digitale
                        Edition umfasst. Die behandelten Themenkomplexe reichen dabei über
                        Digitale Editionswissenschaft im Allgemeinen, Annotation und
                        Modellierung, Interfaces, Archivierung und Metadaten bis hin zu
                        rechtlichen Aspekten.</p>
      </projectDesc>
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        <language ident="de">Deutsch</language>
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      <div>
        <head>critique génétique</head>
        <div>
          <head>Lenhart, Elmar; elmar.lenhart@aau.at / Bosse, Anke; anke.bosse@aau.at </head>
          <p>Die <hi rend="italic">critique génétique</hi> ist eine literaturwissenschaftliche Methode, die seit den 1970er-Jahren die Gesamtheit der materialen Spuren untersucht, die sich einem literarischen Werk zuordnen lassen.</p>
          <p>1. Ursprung</p>
          <p>Ein Artikel Louis Hays in <hi rend="italic">Le Monde</hi> vom Februar 1967 kann heute als die Geburtsstunde der <hi rend="italic">critique génétique</hi> gelten. <bibl>(Bosse 2005)</bibl> Ihre Entwicklung steht in engem Zusammenhang mit dem Erwerb des Heine-Nachlasses 1968 durch die <hi rend="italic">Bibliothèque Nationale de France</hi>. Eine deutsch-französische Forschergruppe, die sich mit dem Bestand auseinandersetzte, gründete in der Folge das <hi rend="italic">Institut des textes et manuscrits modernes </hi>(ITEM). Anhand moderner, d. h. aus dem 18. bis 20. Jahrhundert stammender Schriftstellermanuskripte und -typoskripte entwickelte das ITEM den methodischen Ansatz, den die <hi rend="italic">critique génétique</hi> bis heute weiterentwickelt. War man zu Beginn dem Strukturalismus verpflichtet <bibl>(Grésillon 1999, S. 15)</bibl>, emanzipierte man sich davon zunehmend, indem man vor allem dessen statischen, von Material und Medium abstrahierenden Textbegriff ablehnte.</p>
          <p>2. Perspektive</p>
          <p>Die <hi rend="italic">critique génétique</hi> rechnet dem literarischen Text alle materialen Spuren zu, die mit dessen Entstehung im Zusammenhang stehen. Im Fokus steht nicht der literarische Text als das gedruckte Produkt eines Schreibprozesses, sondern dieser selbst. Die Aufgabe der <hi rend="italic">critique génétique</hi> besteht in der Klassifizierung und Interpretation aller daran beteiligten Schreibzeugnisse. Damit verbunden ist eine „Entheiligung“ und „Entmythisierung“ <bibl>(Grésillon 1999, S. 17)</bibl> des definitiven Textes und eine Aufwertung der Rolle des Autors und seiner unmittelbaren schriftlichen Äußerungen. Zwei Metaphern beschreiben die Beziehung der <hi rend="italic">critique génétique</hi> zu den von ihr untersuchten Schreibzeugnissen: die der Geburt und die der Konstruktion. <bibl>(vgl. Grésillon 2016, S. 15–21)</bibl> Beide Vergleiche illustrieren die Orientierung der <hi rend="italic">critique génétique</hi> am Entstehungsprozess des Kunstwerks.</p>
          <p>3. Arbeitsweise, Arbeitstechnik und Ziele</p>
          <p>Im Zentrum des methodischen Ansatzes der <hi rend="italic">critique génétique</hi> steht die Erstellung eines sogenannten <hi rend="italic">dossier génétique</hi>, welches alle Schreibzeugnisse, die für die jeweilige Forschungsfrage Relevanz haben, aufnimmt, chronologisch nach ihrer Entstehungszeit ordnet und damit den „<hi rend="italic">généticiens</hi>“ <bibl>(Grésillon 2016, S. 21)</bibl> die Möglichkeit eröffnet, den Prozess des Schreibens kritisch-interpretierend nachzuzeichnen. Sowohl in der Zusammenstellung des Dossiers wie in dessen Lektüre liegt das kritische Potenzial der <hi rend="italic">critique génétique</hi>. Die Gestalt des <hi rend="italic">dossier génétique </hi>hängt wesentlich von der Reichhaltigkeit der Überlieferung ab.</p>

          <p>Die produktionsästhetische Perspektive, die die Autorin/den Autor und deren/dessen Handeln ins Zentrum des Interesses rückt, führt zur Beschreibung von sogenannten Schreibweisen (<hi rend="italic">écritures</hi>), die sich aus den Spezifika der Schreibzeugnisse ablesen und sich auf einer Skala zwischen programmorientiert und prozessorientiert kategorisieren lassen. Entscheidend ist für die <hi rend="italic">critique génétique</hi> die Frage, welche Wege Autorinnen und Autoren im Zuge ihrer Arbeit gegangen sind und auf welche Weise diese Wege darstellbar sind. Als besondere Herausforderung erweist sich die Nutzung moderner, digitaler Schreibmedien, die den Begriff der Schreibspur neu definieren und damit wohl auch in Zukunft die Gestalt des <hi rend="italic">dossier génétique</hi> entscheidend verändern.</p>
          <p>4. Edition</p>
          <p>Mit der <ref target="/o:konde.90" type="internal">textgenetischen Edition</ref>, wie sie insbesondere in den deutschsprachigen Ländern praktiziert wird, verbindet die <hi rend="italic">critique génétique</hi> die starke Berücksichtigung und die Darstellung des <hi rend="italic">avant-textes</hi>, jedoch ist jene auf den Text am Ende einer Genese fokussiert und damit weiterhin einem Textbegriff verpflichtet, den die <hi rend="italic">critique génétique</hi> zugunsten des prozessualen Textbegriffs und der Darstellung von Schreibprozessen grundsätzlich ablehnt.</p>
          <div type="literature">
            <listBibl>
              <biblStruct corresp="http://zotero.org/groups/1332658/items/WWQKQ89X" type="journalArticle" xml:id="Bosse2005">
                <analytic>
                  <title level="a">Rezension zu: Louis Hay: La littérature des écrivains. Questions de critique génétique. Paris: José Corti 2002</title>
                  <author>
                    <forename>Anke</forename>
                    <surname>Bosse</surname>
                  </author>
                </analytic>
                <monogr>
                  <title level="j">editio. Internationales Jahrbuch für Editionswissenschaft</title>
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                    <biblScope unit="volume">19</biblScope>
                    <biblScope unit="page">207–209</biblScope>
                    <date>2005</date>
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                </monogr>
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              <biblStruct corresp="http://zotero.org/groups/1332658/items/R5GK4RX9" type="book" xml:id="Grésillon1999">
                <monogr>
                  <title level="m">Literarische Handschriften: Einführung in die &quot;critique génétique&quot;</title>
                  <title type="short">Literarische Handschriften</title>
                  <idno type="ISBN">978-3-906760-65-0</idno>
                  <idno type="callNumber">PN81 .G73415 1999</idno>
                  <author>
                    <forename>Almuth</forename>
                    <surname>Grésillon</surname>
                  </author>
                  <edition>Dt. Übersetzung von dies.: Élément de critique génétique. Lire des manusricts moderne. Paris: CNRS Edition 2016</edition>
                  <imprint>
                    <pubPlace>Bern</pubPlace>
                    <publisher>P. Lang</publisher>
                    <date>1999</date>
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                </monogr>
                <series>
                  <title level="s">Arbeiten zur Editionswissenschaft</title>
                  <biblScope unit="volume">4</biblScope>
                </series>
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              <biblStruct corresp="http://zotero.org/groups/1332658/items/HD38GYBY" type="book" xml:id="Grésillon1994a">
                <monogr>
                  <title level="m">Éléments de critique génétique: lire les manuscrits modernes</title>
                  <title type="short">Éléments de critique génétique</title>
                  <idno type="ISBN">978-2-13-046380-1</idno>
                  <idno type="callNumber">I 273821</idno>
                  <author>
                    <forename>Almuth</forename>
                    <surname>Grésillon</surname>
                  </author>
                  <edition>1. éd.</edition>
                  <imprint>
                    <pubPlace>Paris</pubPlace>
                    <publisher>Presses Univde France</publisher>
                    <date>1994</date>       
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                  <title level="a">Critique génétique</title>
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                    <date>2017</date>
                    <note type="accessed">2020-01-28</note>
                    <note type="url">https://edlex.de/index.php?title=Critique_génétique</note>
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                </monogr>
              </biblStruct>
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                  <title level="a">Über die allmähliche Verfertigung von Texten beim Schreiben</title>
                  <author>
                    <forename>Almuth</forename>
                    <surname>Grésillon</surname>
                  </author>
                </analytic>
                <monogr>
                  <title level="m">Schreiben als Kulturtechnik: Grundlagentexte</title>
                  <idno type="ISBN">978-3-518-29637-0</idno>
                  <editor>
                    <forename>Sandro</forename>
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                    <publisher>Suhrkamp</publisher>
                    <date>2015</date>
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                <monogr>
                  <title level="m">La Naissance du texte</title>
                  <idno type="ISBN">978-2-7143-0324-0</idno>
                  <idno type="callNumber">Z40 .N25 1989</idno>
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                    <forename>Louis</forename>
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                  </editor>
                  <imprint>
                    <pubPlace>Paris</pubPlace>
                    <publisher>J. Corti</publisher>
                    <date>1989</date>
                  </imprint>
                </monogr>
              </biblStruct>
            </listBibl>
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              <item>
                <ref target="/o:konde.197" type="internal">Transkription</ref>
              </item>
              <item>
                <ref target="/o:konde.90" type="internal">genetische Edition</ref>
              </item>
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                <ref target="/o:konde.93" type="internal">historisch-kritische Edition</ref>
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              <item>Digitale Editionswissenschaft</item>
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              <item>
                <ref target="https://edlex.de/index.php?title=Critique_g%C3%A9n%C3%A9tique">Edlex: Editionslexikon</ref>
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              <item>
                <ref target="https://lexiconse.uantwerpen.be/index.php/lexicon/genetic-criticism/">Lexicon of Scholarly Editing</ref>
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