Digitale Edition

Weißbuch

Rezension Digitaler Editionen TEI Download PDF Download

Klug, Helmut W.; helmut.klug@uni-graz.at / Bleier, Roman; roman.bleier@uni-graz.at

Reviews Digitaler Editionen sind eine Möglichkeit, um deren Qualität, den wissenschaftlichen Wert und die technische Zuverlässigkeit zu beurteilen. Im Gegensatz zu traditionellen gedruckten wissenschaftlichen Editionen, die hauptsächlich einer Peer-Review über ihren textuellen und redaktionellen Inhalt unterzogen werden, sollten Digitale Editionen auch in Bezug auf ihre digitale Infrastruktur, Benutzerfreundlichkeit, Zugänglichkeit, Nachhaltigkeit und die Einhaltung von Standards und Best Practices der Digital Humanities bewertet werden. Henny (2018) bietet einen breiten Überblick zu diesem Thema.

Die qualitative Bewertung Digitaler Editionen ist nicht neu, es gibt sie seit der Veröffentlichung der ersten elektronischen Editionen (Machan, Hanna 2003) vereinzelt erschienen einschlägige Reviews in DH Zeitschriften (Kierner 2014) aber auch in anderen themenspezifischen Fachjournalen (Dochartaigh 2011). Einen Schritt in Richtung Normierung der Reviews Digitaler Editionen setzte Patrick Sahle bereits 2012 mit der Veröffentlichung der Kriterien für die Besprechung digitaler Editionen: Dieser Kriterienkatalog ist die Grundlage für die Rezensionen in RIDE – A review journal for digital editions and resources; er ist mittlerweile in einer überarbeiteten Form (Sahle 2014) und in mehreren Sprachversionen vorhanden. Seit 2015 gibt es auch von Seiten der DFG (2015) Kriterien für die Begutachtungen von Editionsprojekten. Darüberhinaus gibt es für RIDE-Rezensionen auch Kriterienkataloge für Textsammlungen (Neuber, Henny 2017) und digitale Werkzeuge bzw. Forschungsumgebungen und -plattformen (Sichani, Spadini 2018).

Rezensionen Digitaler Editionen sind das Produkt einer Querschnittsanalyse mehrerer Fachgebiete, die zwischen den Polen wissenschaftlicher Fachdisziplin, Digitalität und technischer Umsetzung angesiedelt sind. Rezensentinnen und Rezensenten bewerten die Genauigkeit des Textes, die redaktionellen Prinzipien, Anmerkungen, kritischen Apparat und jeglichen interpretativen Inhalt. Sie evaluieren den Beitrag der Ausgabe zur Wissenschaft und deren Einhaltung disziplinärer Standards. Sie beurteilen aber auch das Design der Ausgabe, die Benutzeroberfläche, Funktionalität, Responsiveness und technische Architektur. Sie berücksichtigen die Verwendung von Standards für die Textkodierung (z.B. TEI), Metadaten, Interoperabilität und langfristige Nachhaltigkeitspläne. Technische Aspekte beinhalten eine Bewertung der digitalen Infrastruktur der Edition. Sie bewerten den Code der Ausgabe auf Nachhaltigkeit, Skalierbarkeit und Einhaltung aktueller Standards und Best Practices in der Softwareentwicklung. Sehr vereinfacht dargestellt sind Digitale Editionen Datenpublikationen, die ähnlich wie auch data papers (Fabrissin 2019) bewertet werden können.

Literatur:

Zitiervorschlag:

Klug, Helmut W.; Bleier, Roman 2024. Rezension Digitaler Editionen. In: KONDE Weißbuch. Hrsg. v. Selina Galka und Helmut W. Klug unter Mitarbeit von Susanne Höfer im Projekt "Enlarging 'Weißbuch Digitale Edition'". Aufgerufen am: . Handle: hdl.handle.net/11471/562.50.272. PID: o:konde.272

Metadata:

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