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    <fileDesc>
      <titleStmt>
        <title type="main">Intratextualität (Fokus: Literaturwissenschaft – Bsp. Musil)</title>
        <author>
          <persName>
            <forename>Walter</forename>
            <surname>Fanta</surname>
          </persName>
        </author>
        <author>
          <persName>
            <forename>Artur R.</forename>
            <surname>Boelderl</surname>
          </persName>
        </author>
        <respStmt>
          <resp>Projektleitung</resp>
          <persName>
            <forename>Helmut W.</forename>
            <surname>Klug</surname>
          </persName>
        </respStmt>
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          <resp>Datenmodellierung</resp>
          <persName>
            <forename>Selina</forename>
            <surname>Galka</surname>
          </persName>
        </respStmt>
        <respStmt>
          <resp>Datenmodellierung</resp>
          <persName>
            <forename>Elisabeth</forename>
            <surname>Steiner</surname>
          </persName>
        </respStmt>
        <funder>Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft
                    </funder>
      </titleStmt>
      <publicationStmt>
        <publisher>
          <orgName corresp="https://informationsmodellierung.uni-graz.at" ref="http://d-nb.info/gnd/1137284463">Zentrum für
                        Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital Humanities,
                        Karl-Franzens-Universität Graz</orgName>
          <country>Austria</country>
        </publisher>
        <authority>
          <orgName corresp="https://informationsmodellierung.uni-graz.at" ref="http://d-nb.info/gnd/1137284463">Zentrum für
                        Informationsmodellierung - Austrian Centre for Digital Humanities,
                        Karl-Franzens-Universität Graz</orgName>
          <country>Austria</country>
        </authority>
        <distributor>
          <orgName ref="https://gams.uni-graz.at">GAMS - Geisteswissenschaftliches
                        Asset Management System</orgName>
        </distributor>
        <availability>
          <licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0">Creative Commons
                            BY 4.0</licence>
        </availability>
        <date when="2021">2021</date>
        <pubPlace>Graz</pubPlace>
        <idno type="PID">o:konde.21</idno>
      </publicationStmt>
      <seriesStmt>
        <title ref="http://gams.uni-graz.at/konde">KONDE Weißbuch</title>
        <respStmt>
          <resp>Projektleitung</resp>
          <persName>
            <forename>Helmut W.</forename>
            <surname>Klug</surname>
          </persName>
        </respStmt>
      </seriesStmt>
      <sourceDesc>
        <bibl>
          <title>Weißbuchartikel: Intratextualität (Fokus: Literaturwissenschaft – Bsp. Musil)</title>
          <author>Walter Fanta</author>
          <author>Artur R. Boelderl</author>
          <publisher>Herausgegeben von Helmut W. Klug unter Mitarbeit von Selina Galka und Elisabeth Steiner</publisher>
          <date>2021</date>
          <country>Austria</country>
        </bibl>
      </sourceDesc>
    </fileDesc>
    <encodingDesc>
      <projectDesc>
        <ab>
          <ref target="context:konde" type="context">KONDE Weißbuch</ref>
        </ab>
        <p>Im KONDE-Projekt, das aus Hochschulraumstrukturmitteln finanziert wird,
                        beschäftigten sich sieben universitäre Partner und drei weitere
                        Einrichtungen aus unterschiedlichen Blickwinkeln mit theoretischen und
                        praktischen Aspekten der Digitalen Edition. Ein Outcome des Projektes
                        stellt das Weißbuch dar, welches über 200 Artikel zum Thema Digitale
                        Edition umfasst. Die behandelten Themenkomplexe reichen dabei über
                        Digitale Editionswissenschaft im Allgemeinen, Annotation und
                        Modellierung, Interfaces, Archivierung und Metadaten bis hin zu
                        rechtlichen Aspekten.</p>
      </projectDesc>
    </encodingDesc>
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      <langUsage>
        <language ident="de">Deutsch</language>
      </langUsage>
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      <listChange prev="TEI_SOURCE.2024-05-17">
        <change when="2023-11-23" who="hoefer">
          <ab>Grammatik/Rechtschreibung</ab>
        </change>
      </listChange>
    </revisionDesc>
  </teiHeader>
  <text xml:lang="de">
    <body>
      <div>
        <head>Intratextualität (Fokus: Literaturwissenschaft – Bsp. Musil)</head>
        <div>
          <head>Fanta, Walter; walter.fanta@aau.at / Boelderl, Artur R.;
                  artur.boelderl@aau.at</head>

          <p>In der Perspektive digitaler Edition manifestiert sich Intratextualität
                  (jenseits der anhaltenden fachwissenschaftlichen Diskussion um den Begriff)
                  heuristisch als jene Form der intertextuellen Beziehung (<ref target="/o:konde.20" type="internal">Intertextualität</ref>), die innerhalb des Œuvres einer
                  Autorin oder eines Autors besteht, wobei sowohl der Grund dieses Bestehens (z. B.
                  entstehungsbedingte Varianz) als auch seine Qualität (z. B. wiederholte Abhandlung
                  eines bestimmten Motivs) bzw. sein Umfang (z. B. bei publizistischen
                  Mehrfachverwertungen) unterschiedlich sein können. Die <ref target="/o:konde.17" type="internal">Annotation</ref> hat in jedem Fall der Eigenart des
                  spezifischen intratextuellen Bezugs Rechnung zu tragen.</p>

          <p>Am Beispiel Musils gesagt, ist der Umgang dieses Autors mit werkinternen
                  textuellen Bezugnahmen so markant, dass er seitens der UNESCO sogar als ein
                  Hauptcharakteristikum seines Schreibens gewürdigt wurde und Eingang in die
                  Begründung für die Erklärung des Nachlasses zum Dokumentenerbe fand: „mittels
                  [s]eines Siglensystems“ sei das Wissen seiner Zeit „zu einem Ganzen verwoben“
                     <bibl>(UNESCO 2020)</bibl>. Die Annotation dieses höchst komplexen
                  Siglensystems nach <ref target="/o:konde.178" type="internal">TEI</ref> gelingt in
                  einer zwar nicht ganz einfachen Weise, jedoch wird mit dem verwendeten aufwändigen
                  Referenzsystem erreicht, dass Musils prä-digitale hypertextuelle Schreibapparatur
                  komplett im digitalen Medium abgebildet wird und damit als Hypertextsystem
                  präsentiert werden kann. <bibl>(Sahle 2013, S. 87)</bibl> In der hier
                  vorgestellten <ref target="/o:konde.215" type="internal">XML</ref>/<ref target="/o:konde.178" type="internal">TEI</ref>-Architektur sind Siglen an fünf
                  Orten als Textknoten und als abstrahierter Attributwert verzeichnet: </p>
          <list>
            <item>Seitensiglen im <code>&lt;teiHeader&gt;</code> der
                     Transkription in <code>&lt;msPart&gt;</code> im Element <code>&lt;altIdentifier&gt;</code> in einer typisierten
                     Form;</item>
            <item>Seitensiglen im <code>&lt;body&gt;</code>
              <code>&lt;text&gt;</code> der
                     Transkription im Element <code>&lt;fw&gt;</code> in der
                     transkribierten Form;</item>
            <item>Verweissiglen im <code>&lt;body&gt;</code>
              <code>&lt;text&gt;</code>
                     der Transkription im Element <code>&lt;ref&gt;</code> in der
                     transkribierten Form;</item>

            <item>die Seitensiglen in ihrer makrogenetischen Funktionalität in den Tabellen
                     des Dokuments <hi rend="italic">tgd.xml</hi> (i. e. textgenetisches
                     Dossier);</item>
            <item>Gesamtdokumentation sämtlicher Siglen mit allen Repräsentanten im Dokument
                        <hi rend="italic">tutorial.xml</hi>.</item>
          </list>

          <p>Zu Musils intratextueller Verweispraxis zählt neben dem Gebrauch des Siglensystems
                  noch die Verwendung spezieller Chiffren für Textrevision, Verweise und
                  Abkürzungen. Die Chiffren werden generell mit dem Element <code>&lt;metamark&gt;</code> ausgezeichnet, im Attributwert von <code ana="https://tei-c.org/release/doc/tei-p5-doc/en/html/ref-att.segLike.html">@function</code> erfolgt die nähere Bestimmung des Schreibakts, der hier seine
                  Spur hinterlassen hat, z. B. <code ana="no_link">&lt;metamark
                     function=&quot;deletion&quot;/&gt;</code> für das Deleatur-Zeichen; analog wird bei allen
                  nicht alphanumerischen Zeichen vorgegangen. Wenn sich die Funktion des graphischen
                  Elements nicht bestimmen lässt, kommt <code ana="no_link">&lt;metamark
                     function=&quot;unspecified&quot;/&gt;</code> zum Einsatz. Graphische Darstellungen,
                  Skizzen oder Zeichnungen Musils bei seiner Schreibarbeit werden durch <code>&lt;figure&gt;</code> repräsentiert, die häufigen
                  Verweischiffren (Pfeile, Linien und andere Zeichen mit Verweischarakter) durch
                     <code ana="no_link">&lt;metamark function=&quot;reference&quot;/&gt;</code>. Chiffren
                  in Abkürzungsfunktion werden mit dem Element <code>&lt;choice&gt;</code> in Verbindung mit <code>&lt;abbr&gt;</code> und <code>&lt;expan&gt;</code> aufgelöst
                  (Bsp. 1: „Parallelaktion“ im <hi rend="italic">Mann ohne Eigenschaften</hi>). Die
                  von Musil schon früh erfundenen Figurenchiffren, die er über zwanzig Jahre in
                  allen seinen Studien- und Schmierblättern zum <hi rend="italic">Mann ohne
                     Eigenschaften</hi> verwendet, werden mit dem Element <code>&lt;rs&gt;</code> einem Register zugewiesen, das die Funktion eines
                  textgenetischen Figurenkommentars erfüllt und insofern die Auszeichnungspraxis der
                  Annotation an die Grenze zur Kommentierung führt (Bsp. 2). </p>
          <p>Inwiefern diese Grenze zugleich mit dem fließenden Übergang zwischen Intra- und
                  Intertextualität korrespondiert, verdeutlicht die Annotation von Personennamen im
                  Textkorpus des Musil-Nachlasses, da Personen fast immer Autoren sind (Bsp. 3: die
                  etliche Male vorkommende Namenschiffre „Th M“). Ausgebaut wird diese
                  Annotationspraxis, wenn ein konkretes Werk des Autors benannt und aus ihm zitiert
                  wird, etwa in den zahlreichen Exzerpten im Nachlass Musils. Als einfaches Beispiel
                  für den weitreichenden Sachverhalt möge die Anmerkung Musils auf einem
                  Studienblatt dienen, Agathes „Gedächtnis hat Ähnlichkeit mit dem der Imbezillen
                  Bleuler 463“ (Bsp. 4 u. 5). Es besteht die Hoffnung, auf diese relativ einfache
                  Weise das gesamte Netz von Intertextualität, das Musils Nachlass überzieht, für
                  die digitale Repräsentation und Nachnutzung einzufangen.</p>
          <p>Bsp. 1:</p>
          <p>
            <code ana="block">&lt;choice&gt;
&lt;abbr&gt;//&lt;/abbr&gt; &lt;expan&gt;Parallelaktion, Parallele,
parallel&lt;/expan&gt;&lt;/choice&gt;</code>
          </p>
          <p>Bsp. 2:</p>
          <p>
            <code ana="block">&lt;rs type=&quot;figure&quot; ref=&quot;Tuzzi&quot;&gt;&lt;hi rend=&quot;underline&quot;&gt;SCh T&lt;/hi&gt;&lt;/rs&gt;</code>
          </p>
          <p>Der Attributwert &quot;Tuzzi&quot; ist Lemma im Register <hi rend="italic">figuren.xml</hi>,
                  wo u. a. die Genese der Figur beschrieben wird.</p>
          <p>Bsp. 3:</p>
          <p>
            <code ana="block">&lt;rs type=&quot;person&quot; ref=&quot;Mann_Thomas&quot;&gt;Th M&lt;/rs&gt;</code>
          </p>
          <p>Der Attributwert von <code ana="https://tei-c.org/release/doc/tei-p5-doc/en/html/ref-att.canonical.html">@ref</code> verweist auf den Eintrag zu Thomas Mann in einer Normdatenbank,
                  die noch zu bestimmen sein wird.</p>
          <p>Bsp. 4:</p>
          <p>Gedächtnis hat Ähnlichkeit mit dem der Imbezillen</p>
          <p>
            <code ana="block">&lt;cit&gt;
&lt;q&gt;Bleuler 463&lt;/q&gt;
&lt;bibl&gt;&lt;author&gt;Bleuler, (Paul) Eugen&lt;/author&gt;
&lt;title&gt;Lehrbuch der Psychiatrie&lt;/title&gt;&lt;/bibl&gt;
&lt;/cit&gt;</code>
          </p>
          <p>Mit dem Attributwert von <code ana="https://tei-c.org/release/doc/tei-p5-doc/en/html/ref-att.global.linking.html">@corresp</code> in dem Element <code>&lt;bibl&gt;</code>
                  wird auf das Dokument <hi rend="italic">bibliographie.xml</hi> verwiesen, wo sich
                  das vervollständigte bibliographische Zitat befindet.</p>
          <p>Bsp. 5:</p>
          <p>Zusätzlich besteht die Möglichkeit, im Fall der Exzerpte die Quelle im <code>&lt;teiHeader&gt;</code>
            <code>&lt;msPart&gt;</code> einer bestimmten
                  Manuskriptseite zuzuweisen:</p>
          <p>
            <code ana="block">&lt;surrogates&gt; Quelle:
&lt;cit&gt;&lt;q&gt;Bleuler&lt;/q&gt;
&lt;bibl&gt;&lt;author&gt;Bleuler, (Paul) Eugen&lt;/author&gt;
&lt;title&gt;Lehrbuch der Psychiatrie&lt;/title&gt;&lt;/bibl&gt;
&lt;/cit&gt;&lt;/surrogates&gt;</code>
          </p>
          <div type="literature">
            <listBibl>
              <biblStruct corresp="http://zotero.org/groups/1332658/items/FZ68IVMG" type="bookSection" xml:id="Fanta2019">
                <analytic>
                  <title level="a">Musil online total</title>
                  <author>
                    <forename>Walter</forename>
                    <surname>Fanta</surname>
                  </author>
                </analytic>
                <monogr>
                  <title level="m">Forschungsdesign 4.0. Datengenerierung und
                              Wissenstransfer in interdisziplinärer Perspektive</title>
                  <editor>
                    <forename>Jens</forename>
                    <surname>Klingner</surname>
                  </editor>
                  <editor>
                    <forename>Merve</forename>
                    <surname>Lühr</surname>
                  </editor>
                  <imprint>
                    <pubPlace>Dresden</pubPlace>
                    <biblScope unit="page">149–179</biblScope>
                    <publisher>Institut für Sächsische Geschichte und
                                 Volkskunde</publisher>
                    <date>2019</date>
                    <note type="url">https://slub.qucosa.de/api/qucosa%3A35918/attachment/ATT-0/</note>
                  </imprint>
                </monogr>
                <series>
                  <title level="s">ISGV digital. Studien zur Landesgeschichte und
                              Kulturanthropologie</title>
                  <biblScope unit="volume">1</biblScope>
                </series>
              </biblStruct>
              <biblStruct corresp="http://zotero.org/groups/1332658/items/SESI9SDP" type="book" xml:id="Sahle2013c">
                <monogr>
                  <title level="m">Digitale Editionsformen. Zum Umgang mit der
                              Überlieferung unter den Bedingungen des Medienwandels. Teil 3:
                              Textbegriffe und Recodierung</title>
                  <author>
                    <forename>Patrick</forename>
                    <surname>Sahle</surname>
                  </author>
                  <imprint>
                    <pubPlace>Norderstedt</pubPlace>
                    <publisher>Books on demand</publisher>
                    <date>2013</date>
                  </imprint>
                </monogr>
                <series>
                  <title level="s">Schriften des Instituts für Dokumentologie und
                              Editorik</title>
                  <biblScope unit="volume">9</biblScope>
                </series>         
     </biblStruct>
              <biblStruct corresp="http://zotero.org/groups/1332658/items/Q6CEXMRH" type="webpage" xml:id="UNESCO">
                <analytic>
                  <title level="a">Nachlass Robert Musil. „Memory of the World“/„Gedächtnis
                              der Menschheit“</title>
                  <author>
                    <name>UNESCO</name>
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          <note type="entry">Dieser Beitrag wurden im Kontext des FWF-Projekts &quot;MUSIL ONLINE – interdiskursiver Kommentar&quot; 
                  (P 30028-G24) verfasst.</note>
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                           grundsätzlich)</ref>
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              <item>Annotation und Modellierung</item>
              <item>Digitale Editionswissenschaft</item>
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