Treblinka, jawohl, in der Nähe der Hauptstrecke Warschau–Bialystok, etwa achthundertsiebzigtausend, Ausstoß an Spitzentagen bis zu fünfundzwanzigtausend

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Kommentar

Die Zahlen über die Anzahl der in Treblinka Ermordeten differieren. Stangls Verurteilung 1971 liegt die Schätzung von 900.000 zugrunde, Franciszek Zabecki, der während der gesamten Zeit, die das Vernichtungslager in Betrieb war, als Bahnhofsvorstand in Treblinka Dienst verrichtete und Aufzeichnungen führte, meinte gegenüber Gitta Sereny: »Die Zahl der in Treblinka Ermordeten war 1,200.000, und daran besteht nicht der geringste Zweifel« (Sereny 1995, 298). Kofler entnahm die Zahl 870.000 der Enzyklopädie des Holocaust (Jäckel/Longerich/Schoeps 1993, 1430). Koflers Quelle für die Angabe des täglichen »Ausstoßes« konnte nicht eruiert werden.

Textausschnitte

Tanzcafé Treblinka, Werk 5, S. 354

[...] In Treblinka wurden Alte, Schwache und Kranke, denen der letzte Weg durch den SCHLAUCH nicht mehr zugemutet werden konnte, sogleich ins LAZARETT eingeliefert, ins Lazarett von Treblinka – ein Kulissengebäude mit Rot-Kreuz-Emblem, denn darin und dahinter war nichts als ein Graben für Erschießungen … Wie? Treblinka, jawohl, in der Nähe der Hauptstrecke Warschau–Bialystok, etwa achthundertsiebzigtausend, Ausstoß an Spitzentagen bis zu fünfundzwanzigtausend – auch nie gehört? Majdanek, in einem Vorort von Lublin – an die hunderttausend, nichts, nein? Nie etwas gewußt? Gerochen auch nicht? [...]


Zitiervorschlag:
Treblinka, jawohl, in der Nähe der Hauptstrecke Warschau–Bialystok, etwa achthundertsiebzigtausend, Ausstoß an Spitzentagen bis zu fünfundzwanzigtausend. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. hdl.handle.net/11471/1050.10.5402, 2022-09.