Belzec, an der Eisenbahnlinie Lublin–Lemberg, etwa sechshunderttausend, Maximum pro Tag fünfzehntausend
Kommentar
»Die Gesamtzahl der Mordopfer in Belzec wird auf 600.000 geschätzt« (Jäckel/Longerich/Schoeps 1993, 180). Die von Kofler angegebene Zahl des »Tagesmaximums« entstammt dem »Gerstein-Bericht«: Kurt Gerstein (1905–1945) trat 1941 der Waffen-SS bei und war Mitarbeiter des SS-Hygiene-Instituts. Dort war er für die »technische Desinfektion« zuständig und hatte für den Nachschub an Zyklon B, das man zur Desinfektion von Kleidern und Unterkünften in den Vernichtungslagern und für die Tötungen selbst einsetzte, zu sorgen und »Verbesserungen« bei den Tötungsmethoden auszuarbeiten. Gerstein versuchte einen holländischen Freund dazu zu bewegen, sein Wissen über die Vernichtung der osteuropäischen Juden nach London zu melden. Im April 1945 stellte er sich der französischen Armee und verfasste einen Bericht über seine Zeugenschaft, der eine Grundlage der Nürnberger Prozesse wurde. Gerstein berichtet über einen Besuch beiGlobocnik in Lublin, wo dieser ihm über die drei zu diesem Zeitpunkt (17. 8. 1945) bestehenden »Anlagen« Auskünfte erteilte, darunter bezüglich Belzec: »Maximum täglich 15.000 Personen« (Gerstein fügt hier ein »Gesehen!« hinzu; Joffroy 1995, 510).
Textausschnitte
Tanzcafé Treblinka, Werk 5, S. 353[...] aben werden, nichts gehört haben wollen? Anderer Duktus, anderes Tempo Belzec, an der Eisenbahnlinie Lublin–Lemberg, etwa sechshunderttausend, Maximum pro Tag fünfzehntausend – nie gehört, nein? Sobibor, an der Linie Cholm–Wlodawa – etwa zweih [...]
Belzec, an der Eisenbahnlinie Lublin–Lemberg, etwa sechshunderttausend, Maximum pro Tag fünfzehntausend. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. hdl.handle.net/11471/1050.10.5397, 2022-09.

