KALTE HERBERGE
Kommentar
Anspielung auf Theodor W. Adornos Minima Moralia . Reflexionen aus dem beschädigten Leben (1951): In Kalte Herberge (Aphorismus 75) zeigt Adorno am Beispiel des – seiner Ansicht nach – Verfalls der Gastlichkeit in Wirtshäusern, wie in einer Gesellschaft, die von Sachlogik erfasst wird, Kälte oder nur eine Fassade von Wärme die Beziehung zwischen Individuen dominiert. »Zug um Zug […] vernichten die Mittel den Zweck«, kehrten sich die Mittel des Gastgewerbes gegen das Wohl des Gastes. »Die Arbeitsteilung, das System automatisierter Verrichtungen, bewirkt, dass keinem am Behagen des Kunden etwas gelegen ist« (Adorno 1994, 132). Die aus ökonomischen Gründen rationalisierte Organisation des Wirtshauses mache dieses zur »Kalten Herberge« und bewirke kulturelle Entfremdung. 2004 griff Kofler den Begriff für seinen Roman Kalte Herberge auf.
Textausschnitte
Notizblock VI, Werk 5, S. 195[...] (Dem wäre nachzugehen) Wieder GEDICHTE schreiben, heimlich zunächst? ( KALTE HERBERGE / AUF DER STRECKE:) Bruchstücke, Leerstellen, Schrott – wie auch [...]
KALTE HERBERGE. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. hdl.handle.net/11471/1050.10.5284, 2022-09.

