fehlgeschlagenen Rundfunkputsch
Kommentar
Anspielung auf die Vorgänge rund um ein neues bayerisches Rundfunkgesetz 1972: Die CSU, eine »rote Unterwanderung in Funk und Fernsehen« befürchtend, setzte ein neues Gesetz durch, das massive Eingriffe in die Strukturen des Bayerischen Rundfunks vorsah – etwa einen stärkeren politischen Einfluss im Rundfunkrat oder die Befristung von Arbeitsverträgen (vgl. [red.] 1972c). Es kam zu Demonstrationen gegen das von Kritikern als Gefährdung der journalistischen Unabhängigkeit angesehene Gesetz sowie gegen die Pläne der CSU, in Bayern Privatradio zu ermöglichen. Im Sommer 1972 hatte das »Volksbegehren Rundfunkfreiheit« viel Erfolg. CSU-Chef Franz-Josef Strauß sah sich veranlasst, auf die Kritiker zuzugehen: 1973 wurde in einer Gesetzesnovelle festgelegt, dass Rundfunk in Bayern nur öffentlich-rechtlich betrieben und maximal ein Drittel Staats- und Parteienvertreter in den Rundfunkrat entsandt werden dürfe. Die Bezeichnung »Rundfunkputsch« bzw. »CSU-Rundfunkputsch« findet sich in der zeitgenössischen linken Publizistik (vgl. u.a. Deumlich 1974, 108).
Textausschnitte
Konsens, Konzerne , Werk 5, S. 326[...] und Mähren. Pause Männerstimme I (rechts): Noch etwas? 1: Nach dem fehlgeschlagenen Rundfunkputsch folgte ein ähnliches Treffen auf Schloß K. im Taunus. Teilnehmer [...]
fehlgeschlagenen Rundfunkputsch. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. hdl.handle.net/11471/1050.10.4968, 2022-09.

