TRAUERREDEN

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Kommentar

Verweis auf eine frühe Arbeit Koflers mit diesem Titel, ein im Nachlass erhaltenes melancholisches Prosagedicht, datiert mit 1966, mit hs. Anm. überschrieben: »überarbeiten« (NL 11/W4). In Aus der Wildnis tritt der Protagonist Kirschals Urheber dieses Gedichts auf, Kofler zitiert daraus: »beethoven im hohen herbst schweigender aufzeichnungen, trauriger herbst anno 1927 … [/] nein kein morgen für liedersänger da das auge erkrankte am rosten der blätter« (s. Eintrag ›in jenem Herbst, »da das Auge erkrankte am Rosten der Blätter«).

Textausschnitte

Jugendliches Irresein, Werk 5, S. 156

[...] Jugendliches Irresein Trauerreden, schrieb ich, – nicht mehr aufhören niederzuschreiben die Formen der Auflösung, nieder zunichte geschrieben die Luft, die Gebirge ins Flachland rollt, Thron um Thron, gegen Freitreppen und den Schatten entschwundener Höflinge, eine frierende Kreisstadt? [...]

Jugendliches Irresein, Werk 5, S. 157

[...] das Ohr taub ward vor den Gesprächen der Telegrafendrähte, schrieb ich, in meiner Geheimschrift, Gespräche im Regen, schrieb ich, Trauerreden. Mit dem Schreiben fertig, stellte ich mein Magnetofon an, um aus der Symphonie Fantastique von Berlioz den »Gang zum Richtplatz« zu hören, wieder und wieder, und dazu im Zimmer auf und ab zu gehen. [...]


Zitiervorschlag:
TRAUERREDEN. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. hdl.handle.net/11471/1050.10.4878, 2022-09.