fried

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Kommentar

Erich Fried (1921–1988), österr. Schriftsteller, nach der Flucht 1938 nach England lebte er bis zu seinem Tod in London. Fried engagierte sich in verschiedenen Protestbewegungen, marschierte etwa 1968 in erster Reihe neben Rudi Dutschke auf einer Demonstration gegen den Vietnamkrieg in Berlin. Fried setzte sich ab 1971 gegen den »bewaffneten Kampf« der außerparlamentarischen Opposition ein, bereits 1968 warnte er seine GesinnungsgenossInnen vor schematischen Vereinfachungen und einer Eingleisigkeit der revolutionären Propaganda (Lampe 1998, 133). Sein ausgleichendes Naturell hinderte ihn nicht vor klaren Stellungnahmen, in Gedichten, Artikeln und anderer Form: So bezeichnete Fried etwa in einem Leserbrief im Magazin Spiegel 1972 die Erschießung Georg von Rauchs als »Vorbeugemord« (in dem von Kofler beobachteten Prozess gegen Wagenbach 1975 ging es ebenfalls um diesen »Tatbestand«), Berlins Polizeipräsident Klaus Hübner verklagte Fried daraufhin. Der Prozess 1974 endete mit einem Freispruch. Mit dem Wagenbach-Verlag war Fried seit 1966, seit dem Gedichtband und vietnam und … , verbunden. Bis zur Abfassung von Koflers berliner notizen Anfang 1975 erschienen insgesamt zehn Bücher Frieds bei Wagenbach (inklusive seiner Shakespeare-Übersetzungen). s. Eintrag ›Erich Fried‹

Textausschnitte

kärnten , Werk 5, S. 62

[...] du deutschgriffener blascapelle du schmiedeeisernes tor du listiger fried hofsgärtner du schiefes grabkreuz (landsteiner johann official ge) [...]

berliner notizen , Werk 5, S. 73

[...] I: »die wollen denen mal zeigen, was ne harke is« (klaus). abends ruft fried bei klaus an: er will in einer resolution in der [...]

Bilder, Beschreibung, Irrtum , Werk 5, S. 137

[...] achkriegszeit, diese wunderbaren schneereichen Nachkriegswinter, diese fried liche, manchmal meterhoch zugeschneite Ruinenlandschaft, durch [...]

Der Erlöser, Werk 5, S. 148

[...] und nur noch mit den verbliebenen Elementen zu arbeiten. Nach der Be fried ung des amerikanischen Kontinents machte ich mich an die Eroberung [...]

Du holde Kunst , Werk 5, S. 224

[...] : Wenn er sonntags nach Tisch sein Pfeifchen schmauchte, naste sie zu fried en nach dem Tabakrauch. Sie liebte die Menschen und das Leben. [...]

Zell-Arzberg, Werk 5, S. 261

[...] griff, frischgebügelte Wäsche in den Schrank zu legen, und B scheinbar fried lich im Bett lag, mit bis ans Kinn hochgezogener Decke, sprang er [...]

Konsens, Konzerne , Werk 5, S. 282

[...] ufen: schulmeisterlich, plakativ, überheblich, schlau, kalt, selbstzu fried en usf.; wer nicht spricht, lehnt sich zurück, wichtigtuerisch oder [...]

Konsens, Konzerne , Werk 5, S. 299

[...] – nein, keine Übertreibung, Endlösung der Rohstofffrage … oder, fried lich ausgedrückt, wie auch im Motto des Kongresses: Ressourcenausgl [...]

Konsens, Konzerne , Werk 5, S. 304

[...] klimatischen und operativen Bedingungen. – British Aerospace, die fried liche Rüstung. Der Gegner wird zum Feind? Der Feind wird frech? – Dan [...]

Konsens, Konzerne , Werk 5, S. 305

[...] ganze Familie. British Aerospace – die Lady unter den Killern. Haus fried ensbruch? Ärger mit dem Nachbarn? Ein Granatwerfer von Junghans schaf [...]

Tanzcafé Treblinka, Werk 5, S. 348

[...] burg/Saale – Polen, Generalgouvernement – Blaubeuren – Ende. Eberl, Irm fried , Doktor – Begeisterungsfähig, einsatzfreudig, manchmal [...]

Tanzcafé Treblinka, Werk 5, S. 363

[...] bitte? Doktor Irm fried Eberl – wer bitte? Reinhard Heydrich – bitte wer? – Nein, nicht [...]


Zitiervorschlag:
fried. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. hdl.handle.net/11471/1050.10.4456, 2022-09.