»kontaktbereichsbeamter«

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Kommentar

In einer von Innensenator Kurt Neubauer initiierten Reform führte die Berliner Polizei 1974 »Kontaktbereichsbeamte« ein. Diese einzeln agierenden Beamten sollten den direkten Kontakt mit den Bürgern pflegen, der sich durch die im Zuge der Reform forcierten motorisierten Streifen stark zu dezimieren drohte. Die von der beauftragten Schweizer Unternehmensberatungsfirma (Kofler: »ein ideenimport aus der schweiz«) vorgeschlagenen Revierauflösungen führten zu ingesamt 722 »Kontaktbereichen«. Mit der Reform war auch eine Verbesserung des Polizei-Images, das sich im Zuge der Studentenunruhen stark verschlechtert hatte, intendiert: Die Polizisten führten Visitenkarten mit sich, sollten niederschwellig zu Fuß Präsenz zeigen und hatten ein striktes Alkoholverbot einzuhalten (vgl. [red.] 1973). Bei der kritischen Linke verfing diese Imagepolitur nicht, man sah in der ›Volksnähe‹ der Beamten die Gefahr des Ausspionierens. Die mit der Reform eingeführte martialisch anmutende neue Schutzausrüstung (Helm, Knüppel, Schutzschild), die vor allem DemonstrantInnen zu Gesicht bekamen, war einem Vertrauens- oder Sympathiegewinn auch nicht zuträglich (später im Text: ungetüme mit helm, visier, schild und schlagstock«).

Textausschnitte

berliner notizen , Werk 5, S. 71

[...] «, für einige wohnblöcke, ein paar hundert einwohner, zuständig ist ( »kontaktbereichsbeamter« ). der blockwart besucht die leute, befragt sie nach ihren [...]


Zitiervorschlag:
»kontaktbereichsbeamter«. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. hdl.handle.net/11471/1050.10.4442, 2022-09.