Atavismus
Kommentar
Lehre von der niederen Triebhaftigkeit; bei Lombroso sind das Eigenschaften der »Wilden«, die sich auch bei Verbrechern finden (»Atavismus des Verbrechens«); »der Atavismus erklärt uns den Charakter und die Fortpflanzung gewisser Verbrechen« wie »Päderastie« oder Kindermord (Lombroso 1887, 535), zudem erkläre er, »warum die Strafe so wenig wirksam, warum eine gewisse Zahl von Verbrechen so beständig und regelmässig« auftauche – was eben daran liege, dass Verbrechen eine »Naturerscheinung« sei (Lombroso 1887, 537f.). Als zentrales Merkmal des Atavismus macht Lombroso die Tätowierung fest, für ihn ein Relikt einer prähistorischen Sitte (vgl. Becker 2002, 304).
Textausschnitte
Lombroso in Leibnitz, Werk 4, S. 385[...] tsam): Auf die Wölfe geht alles zurück, sagt Lombroso. Onkel Rudi: Der Atavismus , der Atavismus! Rolf: Donnerwetter, Sie wissen ja Bescheid! Sie mach [...]
Lombroso in Leibnitz, Werk 4, S. 386[...] noch brotlos. Der Atavismus , sehr richtig, der Atavismus, das ist uns doch – (Trommel) einen Piz [...]
Lombroso in Leibnitz, Werk 4, S. 390[...] agelprobe gewissermaßen. Die Frage nach der Prognathie! Prognathie als Atavismus des Gesichts! Prognathie, Sie wissen ja, ist die Dominanz der Kinnpa [...]
Lombroso in Leibnitz, Werk 4, S. 392[...] schenruf): Der Wolf gehört zu uns! Jetzt wäre er auf einmal recht, der Atavismus ! Konrad: Der Unterweger hat auch in einem Dichterkursus – Rupert: Ja [...]
Atavismus. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. hdl.handle.net/11471/1050.10.4177, 2022-09.

