»Als ich die Noten zu Immer nur lächeln zu Papier brachte« Immer nur lächeln

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Kommentar

Das Zitat mit dem Kanarienvogel-Plagiat, das auch im Franz Lehár-Buch (Haffner 1998, 147) wiedergegeben ist, entstammt einer Umfrage der Wiener Tageszeitung Neue Freie Presse aus dem Jahr 1932, in der »Komponisten populärer Melodien« (Oscar Straus, Emmerich Kálmán, Ralph Benatzky) über die Entstehung ihrer erfolgreichen Schlager Auskunft geben. Franz Lehár erklärt in seinem Beitrag, dass einem oft lange nichts einfalle, und dann gebe es Glückstage, an denen »es ist, als ob ein Zauberstab eine Quelle zum Sprudeln gebracht hätte«. Etwa beim Lied »Immer nur lächeln« habe er die Melodie leicht gefunden. »Als ich diese Noten aufs Papier warf, saß mein kleiner Kanarienvogel auf meiner Schulter und pfiff mir seine schönsten Triller ins Ohr. Vielleicht habe ich unbewußt plagiiert …« (Lehar [sic] 1932) Karl Kraus zitiert in einer Notiz der Fackel aus Lehárs Ausführungen und schreibt zum Kanarienvogel-Plagiat: »Ich kenne noch heute nicht den dritten Akt der ›Lustigen Witwe‹. Wenn man mir damals [1905] gesagt hätte, daß er vom Kanarienvogel ist, wäre ich geblieben« (Kraus 1932, 121).

Textausschnitte

Das Land des Lächelns, Werk 4, S. 450

[...] Kanarienvögeln Hermann und Hansi abzufinden hat, Lehárs ganze Liebe. » Als ich die Noten zu Immer nur lächeln zu Papier brachte «, so der Meister mit einem verschmitzten Lächeln, »saß der Kanari au [...]


Zitiervorschlag:
»Als ich die Noten zu Immer nur lächeln zu Papier brachte« Immer nur lächeln. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. hdl.handle.net/11471/1050.10.4106, 2022-09.