Irrenanstalt Cholm
Kommentar
Die sogenannte Irrenanstalt Cholm im Distrikt Lublin war ein Tarnbetrieb, um die »Euthanasie«-Morde im Rahmen der »Aktion T4« gegen jüdische Anstaltsinsassen zu verschleiern, die im Sommer 1940 in Berlin ihren Ausgang nahm und den ersten planmäßig organisierten Massenmord an Juden im Deutschen Reich darstellte (vgl. Hinz-Wessels 2013). Auf Briefpapier mit der Aufschrift »Irrenanstalt Cholm« und dem Poststempel des Postamtes der polnischen Stadt Cholm (bzw. Chelm) wurden zuerst die Nachricht über die Unterbringung in der Anstalt, dann Beileidsschreiben und Totenscheine verschickt. Die Angehörigen ließ man häufig noch monatelang nach der Ermordung der Verwandten für deren vermeintliche Pflege bezahlen (vgl. Halter 1988). s. Eintrag ›Irrenanstalt Cholm‹
Textausschnitte
Königin der Nacht, Werk 4, S. 346[...] es Morgens wurde sie zur Überstellung in eine Nervenheilstätte, eine – Irrenanstalt Cholm mit etlichen anderen in einen Rot-Kreuz-Wagen verfrachtet ... [...]
Königin der Nacht, Werk 4, S. 348[...] Überstellung in eine Nervenheilstätte, eine Irrenanstalt Cholm ... [...]
Irrenanstalt Cholm. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. hdl.handle.net/11471/1050.10.4067, 2022-09.

