daß Bormann beschnitten, folglich also Jude wäre beschnitten Jude
Kommentar
Mit »Bormann – beschnitten!« in Zu spät. TIEFLAND, Obsession (s. Eintrag ›Reichsleiter Bormann‹) greift Kofler das Motiv noch einmal auf: Wie bei »Jude Goebbels« (Manker, s. Eintrag ›Jude Goebbels‹) dürfte Kofler hier auf die Gerüchte über die jüdische Abstammung von Nazigrößen hinweisen– Gerüchte, die sich etwa in Flüsterwitzen manifestierten. Damit verweist Kofler auf das »historische Problem der Nationalsozialisten« (Bering 1991, 142), das »Jüdische« auf rassistische Weise – etwa über physische Merkmale – zu definieren, weil die meisten Menschen jüdischen Glaubens an ihrem Äußeren nicht zu erkennen waren. Daraus ergaben sich Widersprüchlichkeiten – etwa, dass die »schärfsten Vertreter physiognomischer Diffamierungen selbst zur Zielscheibe der von ihnen popularisierten Stereotype wurden« (Thurn 2015, 141).
Textausschnitte
Königin der Nacht, Werk 4, S. 344[...] macht, daß – jetzt halten Sie sich fest –, daß Bormann beschnitten, folglich also Jude wäre ! Und Sie können sich vorstellen – eine schrecklichere Verbindung hat [...]
Königin der Nacht, Werk 4, S. 349[...] damit – kein Aufsehen entstehe, nicht wahr, ... daß Bormann beschnitten, folglich also Jude wäre ... Art – Nachrichtensperre wurde verhängt ... schon gar nicht als M [...]
daß Bormann beschnitten, folglich also Jude wäre beschnitten Jude. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. hdl.handle.net/11471/1050.10.4061, 2022-09.

