Blöde Kaffern
Kommentar
Kaffer: Kolonialistische Bezeichnung für das südafrikanische Volk der Xhosa. Das Deutsche Kolonial-Lexikon (1920) etwa schreibt: »Kaffern nennt die moderne Völkerkunde die südöstliche Gruppe der Bantu […]. K. ist nicht Selbstbenennung, sondern die seitens der ersten Entdecker Ostafrikas, der Portugiesen, und der ersten Besiedler Südafrikas, der Buren, von den Arabern übernommene und verderbte Bezeichnung Kafir (d.h. Ungläubiger)« (Schnee 1920, 141). Im Deutschen verwandt ist die Bezeichnung »Kaff« (abfällig für: Dorf; aus dem Jiddischen, wo es »Bauer« oder »Dörfler« meint). Die arabische und jiddische Wortbedeutung sind miteinander verschmolzen und wurden im kolonialen Kontext umgedeutet: Die europäischen Siedler in Südafrika waren selbst Ungläubige (im islamischen Sinn) und vielfach Bauern; die pejorative Bezeichnung »Kaffern« als Synonym für »(süd)afrikanisch« ist also ein Konstrukt. »Es existieren mehrere Komposita, in denen ›K.‹ durchgängig als Synonym für ›südafrikanisch‹ oder gar, noch pauschaler, ›afrikanisch‹, immer aber in abwertender Bedeutung, verwendet wird«, etwa »Kaffernhirse«, »Kaffernbüffel« (Machnik 2004, 157).
Textausschnitte
Blöde Kaffern, dunkler Erdteil, Werk 4, S. 255[...] Blöde Kaffern, dunkler Erdteil [...]
Blöde Kaffern. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. hdl.handle.net/11471/1050.10.3509, 2022-09.

