Das Kind willigt ein aus Liebe zur Mutter.
Kommentar
Was Kofler/Fian hier als Verkündigung inszenieren, ist eine Polemik gegen Bert Hellingers Inzest-»Betrachtung«. Hellinger meint in dem Abschnitt »Helfen bei Inzest«, nicht gerne darüber zu sprechen, weil Leute wütend würden, wenn er das Thema aufgreife – er wiederhole aber nur, »was sich zeigt, wenn man eine Inzest-Situation von außen her betrachtet« (Hellinger 2004, 161). Es gebe eine »versteckte Dynamik solcher Fälle«, nämlich das Streben eines der beiden Ehepartner, die Beziehung zu verlassen – da sich dieser aber nicht traue, übergebe er »daher das Kind als Ersatz für sich«. Eine »Übereinstimmung mit dieser Dynamik« wäre eine Erleichterung für das Kind, es könnte dem Vater sagen: »ich willige ein aus Liebe zu meiner Mutter« und damit die Verantwortung den Eltern übertragen (Hellinger 2004, 162).
Textausschnitte
Aufstellungen, Werk 4, S. 486[...] den Mann spricht: »So ein Schwein.« Denn wahrlich, auch ich sage euch: Das Kind willigt ein aus Liebe zur Mutter. Sprecherin: Aufstellungen unter Ritterkreuzträgern. Sprecher: Ein Be [...]
Das Kind willigt ein aus Liebe zur Mutter.. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. hdl.handle.net/11471/1050.10.3439, 2022-09.

