Kulissendorf Roccabruna im Karwendelgebirge

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Kommentar

Der geplante Dreh des Films an seinem Handlungsort in Spanien war durch den Krieg nicht möglich. Daher wurden die Dreharbeiten ins bayerische Krün bei Mittenwald am Fuße des Karwendelgebirges verlegt, wo Riefenstahl ein komplettes spanisches Dorf nachbauen ließ. Haustüren, Fenstergitter und Balkontüren wurden aus Spanien importiert, um einen möglichst authentischen Eindruck zu erzielen (vgl. Kinkel 2002, 229).

Textausschnitte

Zu spät – Tiefland, Obsession, S. 331

[...] Kein RAUCH DES SOMMERS mehr durch Tabak aus dem TIEFLAND, nein? Kein RAUCH DER WOHNWAGEN, kein Rauch aus den Wohnwagen, keine Rauchzeichen mehr aus Salzburg-Maxglan, aus dem Zigeunerlager Leopoldskron, auch Marienbad, letzte Jahre in Marienbad, keine Rauchzeichen mehr, nur noch Rauch aus dem Schornstein, einige Jahre später und etwas weiter östlich, durch TIEFLAND, trotz TIEFLAND Rauch aus dem Schornstein? Ah, Perfido, ah, Verismo! – Nein, natürlich haben Sie niemand vergasen lassen, Frau Riefenstahl, nicht vergasen oder sonstwie zu Tode kommen lassen aber auch nicht die Lieblinge am Filmset, im Kulissendorf Roccabruna im Karwendelgebirge, Sinti und Roma, Erwachsene und Kinder, südländisches Kolorit in einem Schwarzweißfilm, nicht vergasen lassen auch nicht, obwohl es doch nur einer Vorstellung bei Reichsleiter Bormann bedurft hätte, BORMANN – BE- SCHNITTEN!, dieser, schon wieder Bormann – nein? Nein, und ebensowenig haben Sie persönlich die künftigen Komparsen im Lager – nun, selektiert, sondern, wie von Ihrem meineidigen Mitarbeiterstab später vor Gericht versichert, andere; unter diesen nichtsnutzigen Meineidbauern von Mitarbeitern auch Harald Reinl, natürlich, naturgemäß Dr [...]


Zitiervorschlag:
Kulissendorf Roccabruna im Karwendelgebirge. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.tiefland.1788, 2019-02.