GADSCHE, Fremde

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Kommentar

Gadsche: Bezeichnung in der Sprache der Sinti für „Fremde“

Textausschnitte

Zu spät – Tiefland, Obsession, S. 313

[...] geglückte Vorstellung der Geliebten an meiner Seite, una bella figura, in guter Form auch ich, als wäre ich so alt wie meine Geliebte, also 25 Jahre jünger; am Tag der Rückreise aber, der Rückreise in die Niederungen, die Niederungen des Alltags, und am Abend davor schon gedrückte Stimmung, der Zauber verflogen, die Geliebte erhielt ständig schlechte Nachrichten aus dem familiären Hinterland, und in Zürich, wiederum im Café Les Arcades, am selben Tisch wie vor vier Tagen, hatte sich die Mißstimmung schon zu einem stummen Zerwürfnis ausgewachsen, wie ich es nur von meiner römischen Geliebten kannte und zwischen meiner jenischen Geliebten und mir nie für möglich gehalten hätte; auf der Weiterreise, im Speisewagen durch Tirol, Auseinandersetzungen um Nichtigkeiten wie: ob die Bezeichnung KARRNER für Jenische abwertend sei oder nicht, oder: warum die Jenischen, die sich von Nicht-Jenischen in kaum etwas unterschieden, Nicht-Jenische als GADSCHE, Fremde [...]


Zitiervorschlag:
GADSCHE, Fremde. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.tiefland.1700, 2019-02.