JONKE

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Kommentar

Österr. Schriftsteller (1946–2009)

Textausschnitte

Zu spät – Tiefland, Obsession, S. 302

[...] Und dann? Wohin dann mit den Spuren, mit dem Kindheitsinventar? Wohin aber dann, wohin denn ich, wohin mit dem Schaukelpferd, und wohin mit den Kassetten und Schachteln, wohin mit den Fotografien, den schwarzweißen, am Rand gezackten, wohin mit den Bildern der Zerstörung im Kriegswinter 1944/45, wohin mit der verwüsteten Küche, dem weggesprengten Balkon und dem Bombentrichter darunter, wohin mit der kaputten Bauernstube im ersten Stock des Hauses Kernstockstraße Numero 9, wohin mit den Fotografien meines Vaters, entwickelt im Photo-Spezialgeschäft ANTON KOFLER, Villach, Straße der SA (PRÄCHTIG! IMMER WIEDER STAUNT M A N über die günstigen Ergebnisse, die ich beim Entwickeln und Kopieren der Aufnahmen erziele), wobei, spätere Erkenntnis, Gespräch im Café Engländer, jener Anton Kofler, jener PHOTO-KOFLER nicht etwa ein Onkel von mir, sondern ein Onkel des JONKE [...]


Zitiervorschlag:
JONKE. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.tiefland.1628, 2019-02.