Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt

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Kommentar

Zitat aus dem Prolog des Johannes-Evangelium: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.“ (Joh 1,14)

Textausschnitte

Zerstörung der Schneiderpuppe, S. 236

[...] Du Fleisch, du Fleisch vom Fleisch, Fleisch vom Fleisch im Buch? Von welchem Fleisch im Buch, Im Buch 14 oder Im Buch 1? Woher Im Buch, von welchem Fleisch, Bastard, welche Hausnummer, wer wohnt im Buch, wie kann man Fleisch heißen und im Buch wohnen, was für eine Spitzfindigkeit ist das schon wieder, oder sollte man es gar mit einer außergewöhnlichen Geisteslandschaft zu tun haben, mit einer biblischen Hochgebirgskulisse, wo, Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, viele namens Fleisch im Buch wohnen, oder ist es, Die Sprache ist das Haus des Seins, die schiere Heidegger-Verehrung im alemannischen Raum, die den Namen Fleisch und die Wohnadresse Im Buch im Fernsprechverzeichnis zueinanderfinden läßt, und das alles, oder verfolge ich eine falsche Spur?, als Hinweis auf deine Herabkunft, auf deine Fleischwerdung, Schneider? Du Fleisch vom Fleisch, du Fleisch? Fleisch nicht, du nicht Fleisch? Fleisch schon, aber nicht dieser Herkunft? Dann vielleicht Speckle, what about Speckle, Robert, du Fleisch vom Speckle, du Speckle? Blut und Speichel vom Speckle? Du nicht Speckle, Speckle auch nicht? Aber Schneider, irgendjemand muß dich doch angerichtet haben, ein Zimmermann oder Eisensohn, ein Hämmerle oder Sprüngli, wie kann man so verstockt sein, es würde genügen, wenn du bei der Nennung eines Namens nickst oder die Augen niederschlägst [...]


Zitiervorschlag:
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.schneider.1230, 2019-02.