wie soll ein schwergewichtiger Geistesmensch das aushalten, ohne anschließend im Taxi tot zusammenzubrechen

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Kommentar

Kofler bezieht sich auf den Tod des Kulturredakteurs Claudius Baumann. Dieser erlitt am 15. März 1998 im Taxi eine Herzattacke, nachdem er die Langversion von Jelineks Sportstück am Burgtheater besucht hatte (vgl. Freuis 1998).

Textausschnitte

Zerstörung der Schneiderpuppe, S. 232

[...] Nun, Schneider, die Agentur Schmidt-Boulanger hat mit Nigg ihren besten Detektiv verloren, zu einem Zeitpunkt noch dazu, als er mich wahrscheinlich mit den neuesten Ermittlungsergebnissen, deine wahre Herkunft betreffend, versorgen wollte; möglicherweise hätte er mich am Sonntag, am Tag danach, am Tag nach dem Sportstück-Marathon im Burgtheater, nach dem SPORTSTÜCK- MARTYRIUM, an dem er fatalerweise teilgenommen hatte, von den neuesten Erkenntnissen unterrichtet, aber mehr als sieben Stunden Sauerstoffarmut, mehr als sieben Stunden Geistesarmut im Burgtheater, noch dazu mit Taucherbrille, Schnorchel, Schiausrüstung oder im Neopren-Schutzanzug, die originellsten Sportkostüme werden prämiert, wie soll ein schwergewichtiger Geistesmensch das aushalten, ohne anschließend im Taxi tot zusammenzubrechen [...]


Zitiervorschlag:
wie soll ein schwergewichtiger Geistesmensch das aushalten, ohne anschließend im Taxi tot zusammenzubrechen. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.schneider.1202, 2019-02.