Käsknöpfle

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Kommentar

Knöpfle: Im bairischen Sprachraum Österreichs werden diese Teigwaren Nocken oder Nockerl genannt.

Textausschnitte

Zerstörung der Schneiderpuppe, S. NaN

[...] Nein, natürlich kannst du das nicht hinnehmen, selbst als Trottel noch mußt du der Erste sein, aber um auch als Trottel der Erste zu bleiben, müßtest du mit deinem Thorsten, oder mit wem immer, einen noch größeren Trottel zeugen, und das grenzte ans Unmögliche; aber etwas anderes, schon wieder ein neuer Verdacht, eine neue Spur: du vielleicht Grillpatzer? Du Heimatdichter? Hat ein Gedichte in alemannischer Mundart verfassender Schulmann etwa vergessen, im Benehmen mit einer – ja, sagen wir, einer Fleischhauersfrau oder einer Klofrau ein Verhüterli sich anzustecken, käme das in Betracht? Woher denn sonst die – äh – Begabung, Schneider? Du Grillpatzer, du Heimatdichter? Du lüüt lüüt, du gsi, du Gsiberger Mundartdichter? Mundartdichter nicht, du nicht Grillpatzer? Grillpatzer schon, aber nicht Mundartdichter? Du nicht Käsknöpfle? Du nicht Götzis, nicht Laienspielkreis? Du nicht Genius Loci, Locus, jawohl, wie Fallklosett, du nicht? Nicht Klobesen, nicht Abkömmling einer Klofrau im Stadttheater St. Gallen, nein? Nun nicht gleich so wütend, Schneiderli, es kann nicht immer die Zürcher Oper sein, oder das Schauspielhaus. [...]


Zitiervorschlag:
Käsknöpfle. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.schneider.1184, 2019-02.