nur stille/ stille/ stille/ stille

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Kommentar

Zitat aus Mozarts Zauberflöte ; mit diesen Worten begleiten Monostatos und die Königin der Nacht in der letzten Szene der Oper ihr Eindringen in den Tempel Sarastros: „Nur stille! stille! stille! stille! [/] Bald dringen wir in den Tempel ein!“ (Assmann 2012, 133)

Textausschnitte

, S. 142

[...] Wer ist das? Schlechtes Schuhwerk, abgetretene Turnschuhe, Lederjacke, langes Haar in deutscher Proletenmanier, und, dem zufälligen Anschein, vom Fenster aus, von oben nach unten, dem plötzlichen Augenschein nach, auch noch hinkend, oder geschwächt, schwach wovon, geschwächt von welcher Untat? Ist er das? Bei mir ist niemand gewesen, ich stehe am Fenster und sehe hinaus, hinab, um genau zu sein, und doch: Er ist es, er wird es gewesen sein, er wird, wovon ich noch nichts wissen kann, Schreckliches getan, Fürchterliches angerichtet haben, er ist es, aber es ist ein anderer, der sich im Nachbarhaus vor Mitternacht schon Zutritt verschafft haben wird, der sich durch das Stiegenhaus nach oben geschlichen haben wird in den zweiten Stock diesmal, es ist nicht der Verspottete, der Speditionskaufmann, es ist ein anderer, der andere, der Untermensch, die Kreatur ist es, der Inländer, der Inländer Rum ist es, wie sich später, zu spät, post delictum, herausstellen wird, der Untermensch; er wird freilich die Wohnungstüre nicht aufoder eingetreten haben, sondern die möglicherweise unversperrte Türe mit äußerster Behutsamkeit, nur stille/ stille / stille [...]


Zitiervorschlag:
nur stille/ stille/ stille/ stille. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.nachrede.668, 2019-02.