in meinem Zustand wußte ich nicht einmal mehr

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Kommentar

Zitat aus Hotel Mordschein (S. II/247)

Textausschnitte

, S. 140

[...] Ja wenn er nicht weiß! Wenn er, bei aller Vollkommenheit der Erinnerung, nur noch weiß, daß er plötzlich in der Wohnung war und dortselbst – Ich weiß nicht, ich weiß nicht, aber das kommt mir seltsam bekannt vor, solches Nicht-, solches Nichtmehrwissen, in meinem Zustand wußte ich nicht einmal mehr, wie ich durch das verschlossene Haustor ins Haus gelangt war, ebenso entzog sich meiner Erinnerung, ob ich mein Vorhaben von langer Hand für jenen bestimmten Zeitpunkt vorbereitet hatte, oder ob ich, vorübergehend, von der Straße aus zufällig Licht in der betreffenden Wohnung gesehen und plötzlich den Entschluß gefaßt hatte [...]

Manker, Invention, S. 178

[...] Jedenfalls fand ich mich – haben Sie gehört? Haben Sie gehört die etwas schneidende Stimme? Famose Sprechtechnik, Manker; wenn Sie nur nicht wieder – Jedenfalls fand ich mich – fand mich plötzlich, nachts, im Mondschein, oder Mordschein – durchaus passabel, Manker, wenngleich, Sie gestatten mir diese kleine kritische Anmerkung, wenngleich die Gedankenstimme etwas zu wenig herausgearbeitet wird, und viel zu schnell, zu schnell gesprochen selbst hier, und zu zackig, wir sind nicht in Deutschland, Coproduzent hin oder her, gedankenverloren, Manker, in Gedanken verloren, wie in Gedanken verloren, so, in meinem Zustand wußte ich nicht einmal mehr, wie ich [...]


Zitiervorschlag:
in meinem Zustand wußte ich nicht einmal mehr. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.nachrede.656, 2019-02.