Meineidbauer

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Kommentar

Der Meineidbauer : Volksstück von Ludwig Anzengruber (Uraufführung 1871)

Textausschnitte

Üble Nachrede, S. 121

[...] Wie wenn dieser unwürdige Greis, dieser verkaufte Großvater nicht auch schon, und gerade er, sein gewaltiges Glied in den Mund eines rumänischen Kleinkindes gesteckt hätte, und darüber hinaus auch noch in den Mund einer Triestiner Lehrerin namens Elisabetta Zonta, die daraufhin schwanger wurde; so ein Trottel, so ein Trottel! Und der Nitsch, dieser Meineidbauer [...]

Zu spät – Tiefland, Obsession, S. 331

[...] Kein RAUCH DES SOMMERS mehr durch Tabak aus dem TIEFLAND, nein? Kein RAUCH DER WOHNWAGEN, kein Rauch aus den Wohnwagen, keine Rauchzeichen mehr aus Salzburg-Maxglan, aus dem Zigeunerlager Leopoldskron, auch Marienbad, letzte Jahre in Marienbad, keine Rauchzeichen mehr, nur noch Rauch aus dem Schornstein, einige Jahre später und etwas weiter östlich, durch TIEFLAND, trotz TIEFLAND Rauch aus dem Schornstein? Ah, Perfido, ah, Verismo! – Nein, natürlich haben Sie niemand vergasen lassen, Frau Riefenstahl, nicht vergasen oder sonstwie zu Tode kommen lassen aber auch nicht die Lieblinge am Filmset, im Kulissendorf Roccabruna im Karwendelgebirge, Sinti und Roma, Erwachsene und Kinder, südländisches Kolorit in einem Schwarzweißfilm, nicht vergasen lassen auch nicht, obwohl es doch nur einer Vorstellung bei Reichsleiter Bormann bedurft hätte, BORMANN – BE- SCHNITTEN!, dieser, schon wieder Bormann – nein? Nein, und ebensowenig haben Sie persönlich die künftigen Komparsen im Lager – nun, selektiert, sondern, wie von Ihrem meineidigen Mitarbeiterstab später vor Gericht versichert, andere; unter diesen nichtsnutzigen Meineidbauern von Mitarbeitern auch Harald Reinl, natürlich, naturgemäß Dr [...]


Zitiervorschlag:
Meineidbauer. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.nachrede.612, 2019-02.