Ilja Ehrenburg, den zu seinen Lebzeiten meistgelesenen Schriftsteller der Sowjetunion

TEI version< zurück

Kommentar

Ilja Ehrenburg (1891–1967), russischer Schriftsteller und Journalist, veröffentlichte zeitlebens rund hundert Bücher, nach dem Angriff Deutschlands auf die Sowjetunion 1941 agitierte er in hunderten Artikeln und Frontberichten, um den Hass gegen die deutschen Soldaten zu schüren, zugleich stellte er das Leid der Menschen in einfacher Sprache in den Mittelpunkt, das machte ihn zu einer „nationale[n] Berühmtheit“ (Marcou 1996 , 208). Nach Stalins Tod (1953) wurde sein Roman Tauwetter (1954) zum „Symbol für eine neue Etappe in der Geschichte seines Landes“ (Marcou 1996, 300).

Textausschnitte

Üble Nachrede, S. 111

[...] Ich denke beispielsweise an – Hallo? Hallo! Staatsanwalt Sittenthaler? Hallo? Bin ich – Herr Staatsanwalt? Ha-) Im Anschluß an die fundierten Ausführungen des Gerichtes, hätte ich geschrieben, über die Grenzen der Freiheit der Kunst, denke – denke! – der Privatankläger beispielsweise an Ilja Ehrenburg, den zu seinen Lebzeiten meistgelesenen Schriftsteller der Sowjetunion, der in einem Roman, zweifelsfrei einem Kunstwerk, die Soldaten der Roten Armee mit den Worten MORDET UND SCHÄNDET aufgerufen und zu den auf deutschem Boden im Jahre 1945 begangenen Greueln beigetragen habe [...]


Zitiervorschlag:
Ilja Ehrenburg, den zu seinen Lebzeiten meistgelesenen Schriftsteller der Sowjetunion. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.nachrede.534, 2019-02.