der Hochschulprofessor und Eintonkomponist und Lautgedichtemacher im Volkston

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Kommentar

Anspielung auf Gerhard Rühm (* 1930), österr. Schriftsteller und Komponist. Rühm beteiligte sich in den 1950er Jahren an Gemeinschaftsarbeiten der sogenannten Wiener Gruppe und schuf Lautgedichte im Wiener Dialekt (u.a. Hosn, rosn, baa , 1959, gem. m. F. Achleitner u. H.C. Artmann); als Komponist stellte der ausgebildete Musiker (Klavier- und Kompositionsstudium in Wien) die Strukturen der Musik in den Vordergrund; 1972 bis 1996 war er Professor an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg.

Textausschnitte

Üble Nachrede, S. 96

[...] Ich hätte – wer, wenn nicht ich, der Verstoßene, der, ohne Einlaß, Herberge, Heimat, Unterweisung, ja bloße Bekanntschaft begehrt oder erfleht zu haben, dennoch oder gerade deshalb Verstoßene –, ich hätte, mit den Mitteln des Musil-Stipendiums, in meiner Schrift Kunst und Vergehen weiter ausgeführt: Viele waren, zehn Jahre vor meiner Zeit und auch zu meiner Zeit, geladen und auserwählt, in den Tonhof eingeladen und vom geilen Schriftstellerverschlinger oder der kahlen Sängerin auserwählt worden, der Hochschulprofessor und Eintonkomponist und Lautgedichtemacher im Volkston [...]


Zitiervorschlag:
der Hochschulprofessor und Eintonkomponist und Lautgedichtemacher im Volkston. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.nachrede.438, 2019-02.