dem Verstoßenen vom Tonhof

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Kommentar

Tonhof: Gutshof in der Kärntner Gemeinde Maria Saal, bis Anfang des 19. Jahrhunderts Sitz des Salzburger Landgerichts. Als Mitgift brachte Maja Weis-Ostborn 1954 den Besitz in die Ehe mit Gerhard Lampersberg ein. Das Musiker-Ehepaar machte den Tonhof sommers zu einem Treffpunkt junger KünstlerInnen, hier waren u.a. die SchriftstellerInnen H.C. Artmann, Gerhard Fritsch, Jeannie Ebner, Christine Lavant, Gert Jonke, Konrad Bayer, Thomas Bernhard, Peter Turrini, die Musiker Ernst Kölz, Anestis Logothetis und Friedrich Cerha zu Gast (vgl. Amann/Kanzian 1992).

Textausschnitte

Üble Nachrede, S. 95

[...] Natürlich sind diese kahle Sängerin und der damalige Privatankläger, der, so Bernhard, geile Schriftstellerverschlinger, scheußliche Leute; wem, wenn nicht mir, dem Verstoßenen vom Tonhof, dem, beim ersten, zufälligen Besuch in Maria Saal, schon nach kürzester Zeit des Tonhofs Verwiesenen, wäre es, hätte ich das Musil-Stipendium bekommen, gestattet gewesen zu schreiben: Ich bin dem geilen Schriftstellerverschlinger zu keiner rechten Zeit begegnet, mir hat dieser Künstlervater, anders als anderen, nicht Lesen und Schreiben, nicht das Lesen und das Schreiben beigebracht [...]


Zitiervorschlag:
dem Verstoßenen vom Tonhof. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.nachrede.432, 2019-02.