konkrete Poesie

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Kommentar

Richtung der Lyrik, „die von den sprachlichen Elementen als konkretem Material ausgeht, sie von ihrer Funktionalität zu erlösen sucht“ (Wilpert 1979, 425) und dabei akustische, optische, ornamentale Qualitäten von Wort, Schrift(bild) und deren Anordnung am Blatt (oder an anderen Unterlagen) in den Mittelpunkt stellt. Im deutschen Sprachraum gilt Eugen Gomringer mit seinen Arbeiten zu Beginn der 1950er Jahre als Begründer der Konkreten Poesie; in Österreich zählen Heimrad Bäcker, Heinz Gappmayer, Friedrich Achleitner, Gerhard Rühm oder Ernst Jandl zu den wichtigsten Vertretern.

Textausschnitte

Üble Nachrede, S. 95

[...] Hätte ich ihn geschrieben, hätte ich, den Inhalt betreffend, die Nachricht, das Gerücht, in Umlauf gebracht, in meinem neuen Werk auf gerichtsnotorische Weise über Vertreter der sogenannten Wiener Gruppe, über konkrete Poesie und Jazz mich hergemacht und bestimmten Einzelpersonen, auch dem Minister und Kriegstreiber Mock, auf das Übelste nachgeredet zu haben, so daß es bald schon, sehr bald, dem Doktor Haider zu Ohren gekommen wäre, der daraufhin, wie schon bei HOLZ- FÄLLEN vonThomasBernhard,vomVerlagdieDruckfahnen sich besorgt hätte, um nach der Lektüre, aber noch vor dem Erscheinen vom Verleger oder auch von mir die Streichung dieses Namens, die Unterlassung jener Passage zu verlangen, zu erbitten, wie der Doktor Haider es umschrieben hätte – vergeblich freilich, zumindest so weit es mich betroffen hätte [...]


Zitiervorschlag:
konkrete Poesie. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.nachrede.418, 2019-02.