Antrag auf Ausforschung

TEI version< zurück

Kommentar

Werner Kofler verfügte zur Arbeit an Furcht und Unruhe über eine Kopie der Schriftsätze zur Rechtssache Jeannée-Kofler. Der Beweisantrag des Privatklägers vom 27. 1. 1992, verfasst von Jeannées Anwalt Alfred Boran, enthält den „Antrag aus Ausforschung der Stellen, die den ›Österreichischen Würdigungspreis für Literatur‹ und den ›Großen Preis der Stadt Wien‹ vergeben und zeugenschaftliche Vernehmung von informierten Vertretern der ausgeforschten Dienststellen darüber, […] ob diese nur für Kunstwerke oder auch für andere Werke vergeben werden, die nicht als Kunst einzustufen sind […], ob auch die inkriminierten Passagen, insbesondere die Behauptung, der Privatankläger habe sein Glied in den Mund eines Kleinkindes gesteckt, als Kunstwerk von der Preisverleihung und damit einer zweifachen öffentlichen Auszeichnung umfasst waren“ (im Nachlass, 11/W14/S1, 2).

Textausschnitte

Üble Nachrede, S. 94

[...] – Der Privatankläger jedenfalls hätte daraufhin bei Gericht einen Antrag auf Ausforschung gestellt, auf Ausforschung der Stelle, die das Robert-Musil-Stipendium vergibt, sowie auf zeugenschaftliche Vernehmung eines Vertreters der ausgeforschten Dienststelle darüber, ob das Robert-Musil- Stipendium nur für Kunstwerke oder auch für andere Werke, die nicht als Kunst einzustufen sind, Machwerke etwa, vergeben wird, ob die sogenannte Denkschrift als Kunstwerk eingestuft worden ist, im Falle der Bejahung, ob auch die Behauptungen, der Privatankläger habe nicht nur einem rumänischen Kleinkind sein gewaltiges Glied in den Mund gesteckt, sondern auch einem bulgarischen und einem holländischen Kleinkind, wodurch das holländische Kleinkind seither nur noch ungarisch spreche, als Kunst in die Auszeichnung durch das Stipendium einbezogen worden sind, im Falle der Verneinung, wie es dazu hat kommen können, daß dem Beschuldigten für sein Vorhaben dennoch das angeführte Stipendium zuerkannt worden ist [...]


Zitiervorschlag:
Antrag auf Ausforschung. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.nachrede.414, 2019-02.