Das indische Grabmal

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Kommentar

Das indische Grabmal : deutsch-ital.-franz. Film (1959) von Fritz Lang, dem der gleichnamige Roman (1918) Thea von Harbous zugrunde liegt

Textausschnitte

Manker, Invention, S. 194

[...] Ja ja, ein Frisiersalon in der Rennsteinerstraße, neben dem, auch das wird Sie nicht interessieren, neben dem nach Kriegsende aufgelassenen LINDER TONKINO, in dessen früheren Foyer sich zunächst eine Drogerie Eder etabliert hatte und wo später, nachdem die Drogerie Eder in die Räumlichkeiten eines aufgelassenen, übel beleumundeten Gasthauses übersiedelt war, mein Vater, Ihr ungleichzeitiger Kollege, Wohltäter der Menschheit, Sie wissen, nein, Sie wissen natürlich nicht, Sie wollen das nicht wissen, wo mein Vater, der Kaufmann, Linder Kaufhaus Ernst Kofler, dieser, ein Kleidermagazin einrichtete; das Foyer diente als Schauraum, billige – Mäntel, der vormalige Kinosaal als Warenlager, und in diesem lichtlosen, modrigen, abschüssigen Gelände bin ich aufgewachsen, vielleicht deshalb meine Liebe zum Kino, nein, so kann man das auch nicht sagen, ich zumindest nicht, meine Vorliebe für Kinos, TONKINOS zumal, die es nicht mehr gibt, und deshalb vielleicht auch meine Liebe zu den kleinen Städten, Wien, Villach; die wunderbaren Tonfilme, die es damals, in den 30er und 40er Jahren, zu sehen gegeben haben mochte, etwa im Linder Tonkino – HEU- TE: Die drei von der Tankstelle, oder: Hans Albers in Wasser für Canitoga, Der verlorene Sohn, mit Luis Trenker in der Rolle des Tonio Feuersinger, Maskerade oder Bel Ami mit Willi Forst, Das indische Grabmal – ach, ich könnte ins Schwärmen geraten, wenngleich Ihnen, Manker, diese Titel nicht viel sagen werden, aber Sie sind ja auch nicht André Heller [...]


Zitiervorschlag:
Das indische Grabmal. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.manker.940, 2019-02.