Kokoschka

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Kommentar

Oskar Kokoschka (1886–1980), österr. Maler, 1912–1914 Beziehung mit Alma Mahler-Werfel; Paulus Manker spielte in seiner Inszenierung von Joshua Sobols Stück Alma – A Show Biz ans Ende die Figur des Oskar Kokoschka.

Textausschnitte

Manker, Invention, S. 188

[...] ber, die Magazinschmierer fragen würden, – was dran an der Geschichte vom Eingriff in Johannesburg, bei dem etwas schiefgegangen sein muß? Was muß schiefgegangen sein, und wie: hat sich ein Löffler in eine Löffler, ein Sigurd in eine Sigrid verwandeln lassen wollen, oder eine Löffler in einen Löffler, eine Sigrid in einen Sigismund, was kann der Sigismund dafür, daß er so schön – nein, das geht nicht, also was ist, Manker, woher wissen Sie, wie haben Sie Kenntnis erlangt von diesem Mißgeschick in Johannesburg, haben Sie mit der Löffler geschlafen, oder es zumindest versucht, und sind hereingefallen, und darob verärgert? Ist in diesem Lichte vielleicht eine frühere Äußerung des ERLÖSERS über die Kritikerin Löffler zu sehen, die ihn mit pathologischem Haß verfolge (wogegen, Anmerkung des Verfassers, nicht das geringste einzuwenden ist, im Gegenteil), daß sie IHM, dem Erlöser, vorkäme wie Felix Dvorak als Tootsie, ein Spott, der mich immer schon stutzig gemacht hat, auch deshalb, da er, gelungen, nicht gut vom Heller sein kann? Kann es sein, daß auch der Erlöser versucht hat, die Löffler zu erfreuen, auf daß sie sich erkenntlich zeige, und etwas ist schiefgegangen, kann das sein? Übrigens, Manker, da ich schon genötigt bin, mich mit Ihren möglicherweise bloß aleatorischen Späßen zu befassen, und da Sie sich in Ihrer Darstellungskunst schon bis zum Kokoschka vorgearbeitet haben, einen Gefallen könnten Sie mir erweisen: könnten Sie nicht, zu dessen Lebzeiten noch, den Erlöser spielen, den Heller, so wie Brad Pitt den Heinrich Himmler, was schreibe ich, – den Heinrich Harrer verkörpert: Brad Pitt als Heinrich Harrer in Tibet, Paulus Manker als Andre Heller in China und Hongkong, und hinzu käme Wattens in Tirol; das könnten Sie doch, Manker, die Idee, Ihnen geschenkt [...]

Manker, Invention, S. 200

[...] hören kann, freilich wäre interessant zu erfahren, welche Maler, neben Schönberg, in Bergs Leben getreten – Zimmermaler? Kunstmaler? Maler und Anstreicher? Schildermaler? Manfred Bockelmann? Alma Maler-Werfel? Die hats doch oft mit Malern gehabt, Kokoschka und so, muß ich Ihnen nicht sagen, Maler, Manker, pardon, nein, war natürlich Absicht, Sie wissen; oder kann es sich bei Schönberg und Maler um frühe Auswirkungen, erste Anzeichen der Rechtschreibreform handeln, Zimmermaler, Gustav Mahler, einerlei? Nein, es wird doch die Geisteslandschaft in und um Villach sein, und ihr Zentralorgan, die Zeitschrift VILLACHER – Wien hat den WIENER, Villach den VILLACHER, jedem das seine – die Auswirkungen der Geisteslandschaft, daß Schönberg und Maler, und als oftmaliger Jausengast Doktor Slibowitz –, die Geisteslandschaft, in der ich Sie strafweise Ihre Alma-Produktion aufführen lassen werde, im Seehof, falsch, im Berghof am Ossiachersee oder in der Burgarena Finkenstein, einer auch in der Teigwarenherstellung – Finkensteiner Eiernudel – ersten Adresse; Finkensteiner Eiernudeln / schmecken gut / und stinken fein [...]


Zitiervorschlag:
Kokoschka. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.manker.916, 2019-02.