der von Richard Strauss

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Kommentar

Salome (1905): Oper von Richard Strauss (1864–1949), nach dem gleichnamigen Theaterstück (1893) von Oscar Wilde

Textausschnitte

Manker, Invention, S. 187

[...] unddreißig Jahre, etwas mehr vielleicht, vielleicht auch nicht, vom heutigen Tag an gerechnet, wie könnte ich vierunddrei- ßig Jahre warten, und worauf überhaupt? Nichts anderes hätte ich zu tun, als Sie über mein Ableben hinaus zu verfolgen? Bloß, weil Sie in dieser Lachnummer, in diesem Dreckmagazin, Sie wissen, welches, es kommt nur eines in Frage, ich aber vermag den Namen nicht mehr zu schreiben, bloß weil Sie dort in einem Hochglanzinterview kundtun, Sie wollten manchen Menschen Böses, wären geduldig und könnten notfalls siebzehn Jahre warten, um dann einen früheren Musiklehrer oder einen Schauspieler oder einen Kritiker plötzlich auf dem Tablett zu haben; darf man fragen wie?, wie auf dem Tablett – im ganzen, oder nur den Kopf, den Kopf des Propheten diesmal, wie in der Salome, nicht den des Mohren, den Kopf oder nur die Innereien und die Eier, und wie: gar, halb gar, glaciert, gespickt mit Schmähungen? Ich neige übrigens der Salome des Robert Stolz mehr zu als der von Richard Strauss, die Salome von Stolz hat so ein, wie soll ich sagen, ein orientalisches Flair, etwas Geheimnisvolles, Schlangenbeschwörerisches in der Orchestrierung auch, und man kann so fein dazu tanzen, oder konnte, wie etwa ich 1962 auf einer Faschingsveranstaltung der Katholischen Arbeiterjugend Villach-St [...]


Zitiervorschlag:
der von Richard Strauss. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.manker.908, 2019-02.