Landesgerichtlichen Gefangenenhaus in Wien

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Kommentar

Das Wiener Landesgericht für Strafsachen in der Landesgerichtsstraße wird umgangssprachlich zu „Landl“ verkürzt. Die Bezeichnung „Zweierlandl“ bezieht sich auf das ehemalige zweite Straflandesgericht am Hernalser Gürtel. Das 1908 errichtete Gebäude diente bis 1989 als Gericht und Gefängnis, seitdem sind dort Dienststellen des Innenministeriums untergebracht.

Textausschnitte

Manker, Invention, S. 214

[...] Wie? Irrsinn, Kukident, wie kommen Sie denn auf Jack Unterweger? Dem wäre nicht einmal dieser eine Satz gelungen, dieser eine Satz schon gar nicht, außerdem ist die Schreibmaschine ja nicht in Stein eingesessen und schon gar nicht lebenslänglich, auch nicht in Garsten, sondern im Landesgerichtlichen Gefangenenhaus in Wien, im sogenannten Zweierlandl, und die Zustände im Wiener Landesgerichtlichen Gefangenenhaus sind mit denen in der Anstalt Garsten nicht zu vergleichen; außerdem ist meine Maschine ja nicht wegen eines Kapitalverbrechens hinter Gittern gewesen, sondern wegen Suchtgiftmißbrauchs und Drogenhandels; kurzum, großzügig, wie ich nun einmal bin, habe ich das gute Stück einem in Bedrängnis geratenen und im Gefängnis gelandeten Freund überlassen, der von seiner Frau, einer Bankbeamtin, und ihrem Liebhaber auf das Fürchterlichste hereingelegt worden war dadurch, daß die Frau das gemeinsame Cannabisversteck im Keller verraten und vor Gericht als Kronzeugin gegen ihn ausgesagt hatte [...]


Zitiervorschlag:
Landesgerichtlichen Gefangenenhaus in Wien. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.manker.1070, 2019-02.