Jack Unterweger

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Kommentar

Jack Unterweger (1950–1994) wurde (1976 ): wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Gefängnis begann er zu schreiben und galt bald als „Häfenliterat“. 1990 wurde er aus der Haft entlassen, in der Folge gab es eine Serie von elf Prostituiertenmorden, 1994 wurde Unterweger vor Gericht für neun dieser Morde schuldig befunden. Da er nach der Verkündung des Ersturteils Selbstmord beging, wurde das Urteil nicht rechtsgültig.

Textausschnitte

Manker, Invention, S. 214

[...] Wie? Irrsinn, Kukident, wie kommen Sie denn auf Jack Unterweger? Dem wäre nicht einmal dieser eine Satz gelungen, dieser eine Satz schon gar nicht, außerdem ist die Schreibmaschine ja nicht in Stein eingesessen und schon gar nicht lebenslänglich, auch nicht in Garsten, sondern im Landesgerichtlichen Gefangenenhaus in Wien, im sogenannten Zweierlandl, und die Zustände im Wiener Landesgerichtlichen Gefangenenhaus sind mit denen in der Anstalt Garsten nicht zu vergleichen; außerdem ist meine Maschine ja nicht wegen eines Kapitalverbrechens hinter Gittern gewesen, sondern wegen Suchtgiftmißbrauchs und Drogenhandels; kurzum, großzügig, wie ich nun einmal bin, habe ich das gute Stück einem in Bedrängnis geratenen und im Gefängnis gelandeten Freund überlassen, der von seiner Frau, einer Bankbeamtin, und ihrem Liebhaber auf das Fürchterlichste hereingelegt worden war dadurch, daß die Frau das gemeinsame Cannabisversteck im Keller verraten und vor Gericht als Kronzeugin gegen ihn ausgesagt hatte [...]


Zitiervorschlag:
Jack Unterweger. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.manker.1064, 2019-02.