neurasthenischen Spielart

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Kommentar

Neurasthenie: „Nervenschwäche“, wurde zu bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts häufig diagnostiziert, verschwand seitdem zusehends als Krankheitsbild. Burn-out-Syndrom oder Erschöpfungsdepression ersetzen die überkommene Diagnose.

Textausschnitte

Manker, Invention, S. 204

[...] – Jetzt, hier, schon wieder, – aber was, was wenn mir der Jeanescu, wenn mir der Jeanescu, bibber bibber, oh, oh, ja was denn wenn mir der Jeanescu, reißen Sie sich am Riemen, Mann!, Haltung, Manker, es ist ja noch nicht soweit, falls überhaupt, falls je, darum geht es doch, zwei solide Handwerker geschickt hätte, die mir nach der Behandlung auch noch, einer nach dem andern, ihre gewaltigen Glieder in den Mund steckten – ihre Flöten, Manker, sehen Sie, hören Sie, wie wichtig das ist mit dem Flöten und den Flöten, und es würde sich wahrscheinlich um Blockflöten und nicht um Piccoloflöten gehandelt haben bei den gewaltigen Gliedern – in den Mund steckten und dazu riefen oder im Duett sängen Das Zeichen ist auch du Bedeutung, was – Kukident, Manker! Sie riefen, sie sängen im Duett, sie hätten dem Flöten verwandte Formen gewählt, und Sie? Rufen Sie oder singen Sie im Duett – Kleinigkeit, Manker –, wie jene, die es gar nicht gibt, gerufen oder im Duett gesungen hätten? Nein, Sie flüstern schon wieder, und flehen, in dieser unguten neurasthenischen Spielart, dieses gewisse Nervlerische, wie in Villach gesagt wird, Sie werden mich noch als Nervler in die Nervenheilstätte bringen, wenn das so weitergeht [...]


Zitiervorschlag:
neurasthenischen Spielart. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.manker.1028, 2019-02.