Geier, dem Kriegsverbrecher Flick

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Kommentar

Friedrich Flick (1883–1972), deutscher Unternehmer, dessen Industriekonzern zur Zeit des Zweiten Weltkrieges umfangreiche Firmenbeteiligungen, besonders im Rüstungsbereich hielt, an Arisierungen beteiligt war und Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge beschäftigte. 1947 wurde er im Rahmen der Nürnberger Nachfolgeprozesse als Kriegsverbrecher zu sieben Jahren Haft verurteilt und 1950 vorzeitig entlassen. In der Nachkriegszeit begann sein Wiederaufstieg als Industrieller, er wurde zu einem der reichsten Deutschen.

Textausschnitte

Herbst, Freiheit, S. 12

[...] Adler aus New York entsinne ich mich, vor allem seiner Unart, die Marmorstufen von der unteren zur oberen Halle hinaufzugehen, sich umzudrehen und eine Handvoll Münzen, allerdings nur Fünfoder Zehngroschenstücke, in die Halle zu schleudern, „als Trinkgeld“, wertloser Schrott, den wir Pagen, auf das stumme Geheiß des Chefportiers, sogleich und dankbar, danke, Herr Adler, dankeschön, aufzusammeln gehabt hatten, während der großmütige Gast belustigt und zufrieden entschwebt war; dieser Adler hatte übrigens eine große Ähnlichkeit mit dem Geier, dem Kriegsverbrecher Flick [...]


Zitiervorschlag:
Geier, dem Kriegsverbrecher Flick. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.herbst.60, 2019-02.