Der grüne Bogenschütze

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Kommentar

Deutscher Film (1961, R: Jürgen Roland, D: Klausjürgen Wussow), Verfilmung des gleichnamigen Romans (1923, The Green Archer) von Edgar Wallace

Textausschnitte

Herbst, Freiheit, S. 11

[...] (Wie hatte ich mich durchzuschlagen gehabt damals, fern von zu Hause das erste Mal, untergebracht zunächst im vierten Untergeschoß, tief im dunklen Unterdeck, unter mächtigen Heizungsund Belüftungsröhren, deren fortwährende Betriebsgeräusche, vermischt mit dem nicht allzu fernen Tosen der Gasteiner Ache, das Einschlafen zur Qual gemacht hatten; in einem Verschlag zusammengespannt mit einem ungarischen Zimmerkollegen, mit einer im Zuge der Geschehnisse des Jahres 1956 verkrüppelten Hand, der, als Fahrstuhlführer des Personalund Güteraufzuges angestellt, spät nachts oft Hauselektriker und Heizer zum Kartenspiel eingeladen hatte; wie beherzt war ich, nach einigen ohne Schlaf zugebrachten Nächten, hingetreten vor den Herrn Kommerzialrat, mit dem Ersuchen, ein anderes Quartier mir zuzuweisen, und wie war ich erleichtert gewesen, als ich in ein Pagenzimmer im Dachgeschoß, zehn Stockwerke über meiner vorherigen Schlafstätte, hatte einziehen dürfen, auf einer Etage, wo die Musiker der Hauskapelle oder höhere Kellner ihre Zimmer hatten; wie gut hatte ich dort oben, an dienstfreien Nachmittagen oder Abenden, bei geöffnetem Fenster, das Kurorchester aus dem nahen Kurpavillon hören können, mit der täglich gespielten Ouvertüre zur Entführung aus dem Serail! Die wunderbaren Filme, die ich im Lichtspieltheater vor dem Hotel Weißmayr, nur wenige Schritte vor dem eigenen Hotel, mit dem selbstverdienten Geld hatte ansehen können, Der grüne Bogenschütze oder Der rote Kreis, mit sogenanntem Jugendverbot belegte Streifen nach Edgar Wallace [...]


Zitiervorschlag:
Der grüne Bogenschütze. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.herbst.52, 2019-02.