Die Wut fehlt

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Kommentar

In einem Interview mit dem Germanisten Klaus Amann antwortet Kofler auf die Frage, welche Einwände gegen seinen Stil ihn stören: „Viel zu rhetorisch und die Wut fehlt. Mein Lektor bei Rowohlt hat das schon – ich glaube – über Der Hirt auf dem Felsen gesagt“ (Amann 2000, 221). Koflers Lektor bei Rowohl war Delf Schmidt, s. Eintrag ›lieber Schmidt‹.

Textausschnitte

Herbst, Freiheit, S. 79

[...] Wie? Die Wut fehlt [...]

Herbst, Freiheit, S. 80

[...] Die Wut also fehlt, ja? Aber warum denn die Wut, wozu soll die Wut gut sein auf Dauer? Ist es denkbar, daß sie zwar abhanden gekommen ist, die Wut, ich sie aber nicht vermisse? Die Wut fehlt! Ich werde Ihnen schon helfen! Alan nennt mich also Konzentrationslager-Ehrhardt? Die Wut also fehlt? Soll ich Sie in Stücke reißen? Bringen Sie mich bloß nicht in Rage, sonst explodiere ich wie ein Druckkochtopf [...]

Herbst, Freiheit, S. 82

[...] Eine Wut, eine Wut, haben Sie aber eine Wut! Die Wut fehlt, ja? Nein, keine Erklärung, Sie trinken den Whisky aus und verlassen das Zimmer [...]

Herbst, Freiheit, S. 83

[...] So helfen Sie mir doch, sehen Sie denn nicht, daß ich am Ende bin? Müde, müde, keine Fut der Welt könnte mich – ah, da ist es wieder, das Wort, sie kehren zurück, die Aufnahmen, Ablichtungen, Lauschangriffe, war es nicht die Wut, die fehlte? Die Wut fehlt, so war es [...]


Zitiervorschlag:
Die Wut fehlt. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.herbst.328, 2019-02.