Corinna von Weizsäcker

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Kommentar

Unter den Kindern Richard von Weizsäckers (1920–2015), deutscher Bundespräsident 1984–1994, gibt es keine Corinna.

Textausschnitte

Herbst, Freiheit, S. 70

[...] drauflosplappert mit seiner dünnen Stimme, wie kurz nach dem Stimmbruch (jetzt erzählt er gerade, wie gut er Corinna von Weizsäcker, die Tochter irgendeines Präsidenten, kennte, was für ein feiner Kerl sie sei, nein, vom Pferdestehlen sagt er nichts, ich lasse mich von meinem Imbiß, von diesem scheußlichen norwegischen Räucherlachs, auch gar nicht aufstören und werfe ihm allenfalls ein unwillig nachfragendes Wie? ins Gesicht, Wie? Weizsäcker, Bundespräsident? Tochter, tatsächlich?), würden Sie hinter diesem Buben einen Rauschgiftfahnder, einen Undercover Agent des L K A Hannover vermuten, in gefährlicher Mission unterwegs nach Berlin, 22 Uhr 30, Bahnhof Zoo, in einem Zug aus dem Osten, ein Kurier werde kommen, mit Ware für Hannover? Und doch, und doch! Hier, die Verblüffung ist mir anzusehen, das wäre, genau bedacht, weißgott die perfekteste Tarnung, die sich denken läßt! Er trinke auch deshalb so viel und so schnell, klärt er mich gerade auf, weil seine Dienststelle vom Landeskriminalamt Hannover selbstredend alle Spesen übernehme, der Chef sei ja persönlich am Bahnhof gewesen und habe das Zugpersonal und die Speisewagenbesatzung eingeweiht, von der Anwesenheit eines Zivilfahnders in Kenntnis gesetzt, alle wüßten Bescheid, so er, so es, das Bürschchen [...]


Zitiervorschlag:
Corinna von Weizsäcker. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.herbst.288, 2019-02.