ach, wann wird, wann wird die Zeit erscheinen?

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Kommentar

„Ach, wenn wird die Zeit erscheinen?“: Terzett in Bachs Weihnachtsoratorium (Blankenburg 1982, 13)

Textausschnitte

Herbst, Freiheit, S. 9

[...] Das Zimmer zuvor, bevor ich, vielleicht ohne Absicht, auf den Balkon getreten sein werde; in festliches Halblicht getaucht das Zimmer, in ein Weihnachtslicht, Tönet ihr Pauken, erschallet Trompeten, plötzliche Erinnerung an Weihnachtsfeiertage, die ich einmal allein und verlassen, zurückgelassen in meiner Wohnung, verbracht hatte, fremd, fremd, fremd; nicht der kleine Christbaum, den ich mir zum ersten Mal in meinem einerseits noch jungen, andrerseits nicht mehr ganz so jungen Leben gekauft, nicht das Tannengrün, das ich achtlos dahin und dorthin gesteckt hatte, nicht die Hohe Messe von Bach, die sogenannte h-Moll Messe, und schon gar nicht das Weihnachtsoratorium, ach, wann wird, wann wird die Zeit erscheinen?, hatten mich retten können, und doch hatte ich mich nicht aus dem Fenster gestürzt; aus Bosheit, um den Weihnachtsfrieden der anderen, die sich von mir abgewandt hatten, zu stören, hätte ich es wohl getan, jedoch – Wieder das Hotelzimmer, vorher, innen: Der Tisch mit den Getränken im Vordergrund, das zur Hälfte geleerte Pilsglas, das Schnapsglas daneben, wie es leuchtet, das Bier, im Halbdunkel, wie er funkelt, der Schnaps [...]


Zitiervorschlag:
ach, wann wird, wann wird die Zeit erscheinen?. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.herbst.22, 2019-02.