Mastroserio

TEI version< zurück

Kommentar

Im Nachlass Koflers befindet sich die Einladung zu einem Klavierabend mit dem italienischen Pianisten Rosario Mastroserio (* 1960) am 13. Oktober 1992 im Bösendorfer-Saal in Wien, veranstaltet von der Österreichisch-Italienischen Gesellschaft (11/W10/1–7).

Textausschnitte

Herbst, Freiheit, S. 52

[...] Die Geschichte mit dem Zeitungsausschnitt nahm gar nicht in meiner Kanzlei ihren Anfang, sondern – Ja, es war so: Alles begann damit, daß ich, auf Einladung der Dante-Alighieri-Gesellschaft, im Bösendorfer-Saal einem Klavierabend des großen Mastroserio beiwohnte; Rosario Mastroserio, sehr richtig, aus Bari, der große, der berühmte Mastroserio, der schon im Radio zu hören gewesen ist, Radio Vatikan zum Beispiel, Radio Luxemburg, genau dieser [...]

Herbst, Freiheit, S. 53

[...] tue, in Chandlers Der lange Abschied – um ehrlich zu sein, lese ich Chandler nur während eines Klavierabends mit dem großen Mastroserio; in einem Mastroserio-Klavierabend Chandler zu lesen, etwa wenn er, glanzvoller Schlußpunkt, die Bilder einer Ausstellung von Mussorgski spielt, das ist ein Kunstgenuß, dem nichts an die Seite zu stellen ist –, ich las also, während der große Mastroserio das Große Tor von Kiew auf dem Podium erstehen ließ, gerade die Stelle: Für wie intelligent man sich auch halten mag, man braucht einen Punkt, von dem man ausgehen kann: Einen Namen, eine Adresse, eine Gegend, eine Vorgeschichte, eine Atmosphäre, irgendeinen Anknüpfungspunkt [...]

Herbst, Freiheit, S. 59

[...] Dann aber: Um Himmels willen, was ist denn, geben Sie das Ding weg, wer sind Sie, nein, nicht –, rief ich, als plötzlich, ohne daß ich jemand hätte eintreten hören, jemand dicht neben mir war, so wie jetzt Sie, und ich das streng gespannte, scharfe Sägeblatt eines Laubsägebogens an meiner Kehle verspürte, der ungebetene Besucher, Sie werden es schon erraten haben, war niemand anderer als der olivgrüne Fremde aus dem Mastroserio [...]

Herbst, Freiheit, S. 62

[...] Pfeilgift – Erfindung! Die Laubsäge, die Laubsägengeschichte: Erstunken und erlogen! Herr Agostino, den seine Freunde Chick nennen – pure Erfindung! Der berühmte Mastroserio: so großartig erfunden, daß er sich für wirklich hält! Und jetzt gehen Sie, und gehen Sie schnell [...]


Zitiervorschlag:
Mastroserio. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.herbst.214, 2019-02.