Für wie intelligent man sich auch halten mag, man braucht einen Punkt, von dem man ausgehen kann: Einen Namen, eine Adresse, eine Gegend, eine Vorgeschichte, eine Atmosphäre, irgendeinen Anknüpfungspunkt

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Kommentar

Kofler zitiert wörtlich den Beginn des 15. Kapitels von Der lange Abschied – nicht in der Übertragung von Hans Wollschläger (1975), sondern in jener der deutschen Erstausgabe (vgl. Chandler 1954, 127).

Textausschnitte

Herbst, Freiheit, S. 50

[...] Plötzlich im letzten Sommer, an einem heißen Nachmittag, ich las gerade, um nicht aus der Übung zu kommen, in Chandlers The long Goodbye, ich las, in der deutschen Übertragung, den Kapitelanfang: Für wie intelligent man sich auch halten mag, man braucht einen Punkt, von dem man ausgehen kann: Einen Namen, eine Adresse, eine Gegend, eine Vorgeschichte, eine Atmosphäre, irgendeinen Anknüpfungspunkt [...]

Herbst, Freiheit, S. 53

[...] tue, in Chandlers Der lange Abschied – um ehrlich zu sein, lese ich Chandler nur während eines Klavierabends mit dem großen Mastroserio; in einem Mastroserio-Klavierabend Chandler zu lesen, etwa wenn er, glanzvoller Schlußpunkt, die Bilder einer Ausstellung von Mussorgski spielt, das ist ein Kunstgenuß, dem nichts an die Seite zu stellen ist –, ich las also, während der große Mastroserio das Große Tor von Kiew auf dem Podium erstehen ließ, gerade die Stelle: Für wie intelligent man sich auch halten mag, man braucht einen Punkt, von dem man ausgehen kann: Einen Namen, eine Adresse, eine Gegend, eine Vorgeschichte, eine Atmosphäre, irgendeinen Anknüpfungspunkt [...]


Zitiervorschlag:
Für wie intelligent man sich auch halten mag, man braucht einen Punkt, von dem man ausgehen kann: Einen Namen, eine Adresse, eine Gegend, eine Vorgeschichte, eine Atmosphäre, irgendeinen Anknüpfungspunkt. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.herbst.206, 2019-02.