Paris-Brest

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Kommentar

Franz. Süßspeise aus einem mit Haselnuss-Butter-Creme gefüllten Brandteigring; den Namen bezog sie vom Radrennen Paris–Brest

Textausschnitte

Herbst, Freiheit, S. 21

[...] Entbehren das Couscous, und die freudige Gesellschaft, nie mehr! Nie mehr die Lammrippen vom kurdischen Fleischhauer, nie mehr Rotzunge und Zander, Ente, Rebhuhn und Hirsch, Hirschrückenmedaillons, um genau zu sein – eine Beischläferin ist zu ersetzen, aber eine Köchin? Sollst entbehren! Die Profiteroles, den Dialog Paris-Brest, die Zabaione und den Beau ténèbre, den Schönen Düsteren, ich weiß, ich weiß, schön bist du selbst, und düster wohl noch mehr, so sie, im Herbst in meinem Kopf herumgeisternd [...]

Herbst, Freiheit, S. 42

[...] dieser Anzeige sind Sie hier? Oh, haben Sie das alles auf den Tisch gebracht während meiner Abwesenheit, die Wachteln, die Fasanenbrüstchen, und ein Perlhuhn sogar? Fettuccine al burro und grüne Nudeln, offenbar – Augenblick – offenbar hausgemacht! Lammkoteletts mit gebratenen Tomaten, daß es mir nur nicht zuviel wird! Aber trinken Sie, trinken Sie den Vino Nobile, den Rosso di Montalcino, trinken wir, auf mein Wohl, nehmen Sie vom Montalcino d’Abruzzo, zu den Lammrippen am besten, und zum Dessert vom Ruländer, vom Grauen Burgunder aus Gamlitz, trinken Sie! Ah, was sehe ich als Nachtisch, einen Dialog Paris-Brest, nein doch nicht, ich bin aus der Übung, aber immerhin, der Schöne Düstere ist es, le Beau ténèbre, allerhand! Sogar ein Kletzenbrot haben Sie gebacken, eine Disziplin, auf die sich heute kaum noch jemand versteht [...]


Zitiervorschlag:
Paris-Brest. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.herbst.188, 2019-02.