KUKIDENT

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Kommentar

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Textausschnitte

Manker, Invention, S. 197

[...] Feines Flüstern, Manker, Licht im Stiegenhaus, kein Licht im Stiegenhaus, noch unheimlicher, Sie können etwas, daran besteht kein Zweifel, aber um welchen Preis, jemand ist ins Haus gegangen, jemand – Aber da, da! JEMAND IST IM HAUS!!! Kukident [...]

Manker, Invention, S. 198

[...] Ein Aufjaulen wie im Comix, wenn Donald Duck in den Stromkreis gerät, wie wenn einer in den Teppich bisse, ein Schrei wie im Stummfilm! JEMAND IST IM HAUS! Ha! Irrsinn, Kukident [...]

Manker, Invention, S. 199

[...] Aber Kaffee trinken muß ich doch, einen halben Liter wenigstens, und so stark wie möglich, wie sonst sollte ich mich aufmachen können zur Flucht, dorthin, wo es schön ist und die Luft gut, in die Hohen Tauern? Sie können da nicht mitreden, Manker, Sie kennen allenfalls die Hohe Tatra oder das Salzkammergut, ja den Semmering wahrscheinlich auch, was die Wiener eben so für Natur halten - Küche hinein und nur in Gedanken aus der Küche und aus der Wohnung hinaus, weiterhin tapfer am Waschbecken gestanden und – wozu nur, wozu? – nebenan, am Herd, den Kaffee gekocht, Qual, Mühsal, Kukident, Irrsinn! Muß es sein? Es muß sein! Fritz Wunderlich die Treppe hinuntergefallen, Gundula Janowitz Operndirektorin in Graz, mein Vater mit nur 87 Jahren verstorben, die Mutter allein im großen Haus, und Sie machen mit einem einzigen Schrei, mit einem epileptischen Schreianfall das Hörspiel zunichte, Manker, das gute Hörspiel, ich habe mir solche Mühe gegeben und jetzt – und jetzt – das [...]

Manker, Invention, S. 201

[...] – Da!, da ist es wieder, da ist er wieder, der Schrei, der grindige, der Urschrei, il grido, JE- MAND IST IM HAUS – Kukident, Irrsinn! Warum haben Sie nur so schreien müssen, Manker, jemand ist immer im Haus [...]

Manker, Invention, S. 203

[...] wie es ist, fortwährend verletzt zu werden, gut so, ohne daß die Gerichte einschritten, wie könnten sie auch, IN DUBIO PRO ARTE, flötete er, die – Ha, Odol! Irrsinn, Kukident! Die Untere Viaduktgasse hinauf, die Untere Viaduktgasse hinunter, und zurück, zurück, Manker, zurück [...]

Manker, Invention, S. 204

[...] – Jetzt, hier, schon wieder, – aber was, was wenn mir der Jeanescu, wenn mir der Jeanescu, bibber bibber, oh, oh, ja was denn wenn mir der Jeanescu, reißen Sie sich am Riemen, Mann!, Haltung, Manker, es ist ja noch nicht soweit, falls überhaupt, falls je, darum geht es doch, zwei solide Handwerker geschickt hätte, die mir nach der Behandlung auch noch, einer nach dem andern, ihre gewaltigen Glieder in den Mund steckten – ihre Flöten, Manker, sehen Sie, hören Sie, wie wichtig das ist mit dem Flöten und den Flöten, und es würde sich wahrscheinlich um Blockflöten und nicht um Piccoloflöten gehandelt haben bei den gewaltigen Gliedern – in den Mund steckten und dazu riefen oder im Duett sängen Das Zeichen ist auch du Bedeutung, was – Kukident, Manker! Sie riefen, sie sängen im Duett, sie hätten dem Flöten verwandte Formen gewählt, und Sie? Rufen Sie oder singen Sie im Duett – Kleinigkeit, Manker –, wie jene, die es gar nicht gibt, gerufen oder im Duett gesungen hätten? Nein, Sie flüstern schon wieder, und flehen, in dieser unguten neurasthenischen Spielart, dieses gewisse Nervlerische, wie in Villach gesagt wird, Sie werden mich noch als Nervler in die Nervenheilstätte bringen, wenn das so weitergeht [...]

Manker, Invention, S. 212

[...] Ein aus dem Gefängnis Entsprungener – warum dieser Luftsprung, Manker, dieser stimmliche, beim Wort Gefängnis, was gibt es da zu hopsen? Ein aus einem Buch Entsprungener gar, aus einem Buch entsprungen – Kukident, Irrsinn! Manker, Buch spricht man so, wie man es schreibt, nämlich B-A-C-H, was schreibe ich, B-U-C-H, so, mit einem U, und nicht mit dreien oder vieren, nicht: aus einem Buuuch entsprungen, wie wenn Sie während des Aussprechens eine Mulde durchquerten, oder eine Körpertäuschung andeuten wollten [...]

Manker, Invention, S. 214

[...] Wie? Irrsinn, Kukident, wie kommen Sie denn auf Jack Unterweger? Dem wäre nicht einmal dieser eine Satz gelungen, dieser eine Satz schon gar nicht, außerdem ist die Schreibmaschine ja nicht in Stein eingesessen und schon gar nicht lebenslänglich, auch nicht in Garsten, sondern im Landesgerichtlichen Gefangenenhaus in Wien, im sogenannten Zweierlandl, und die Zustände im Wiener Landesgerichtlichen Gefangenenhaus sind mit denen in der Anstalt Garsten nicht zu vergleichen; außerdem ist meine Maschine ja nicht wegen eines Kapitalverbrechens hinter Gittern gewesen, sondern wegen Suchtgiftmißbrauchs und Drogenhandels; kurzum, großzügig, wie ich nun einmal bin, habe ich das gute Stück einem in Bedrängnis geratenen und im Gefängnis gelandeten Freund überlassen, der von seiner Frau, einer Bankbeamtin, und ihrem Liebhaber auf das Fürchterlichste hereingelegt worden war dadurch, daß die Frau das gemeinsame Cannabisversteck im Keller verraten und vor Gericht als Kronzeugin gegen ihn ausgesagt hatte [...]

Kalte Herberge, S. 291

[...] – Kukident Irrsinn, was für ein Mitterer, was für ein Mitterer! Aber, dachte der Schriftsteller, ist das alles letztlich nicht zu schade für einen TATORT, für einen echten falschen Mitterer, viel zu schade? Und ob zu schade [...]


Zitiervorschlag:
KUKIDENT. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.herberge.1588, 2019-02.