mit Auftrittsverbot belegt einer angeblichen antisemitischen Entgleisung wegen

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Kommentar

Bei einer Veranstaltung (1998): in der Alten Schmiede sorgte eine als antisemitisch empfundene Textstelle während der Lesung Werner Koflers für Empörung im Publikum. Es handelte sich vornehmlich um den Begriff „Judenblatt“, den Kofler in der ersten Druckversion von Manker in einer literarischen Invektive verwendete: „Bloß weil Sie in diesem Judenblatt, in dieser Lachnummer, in diesem Dreckmagazin, Sie wissen, welches [...]“ (Kofler 1998, 107). In der Buchversion fehlt der Ausdruck. Die Alte Schmiede hat sich zwischen 1998 und 2004 nicht aktiv um eine Einladung Koflers bemüht. 2004, im Jahr der Veröffentlichung von Kalte Herberge, trat Kofler wieder in der Alten Schmiede auf (vgl. Neumann 2018).

Textausschnitte

Kalte Herberge, S. 273

[...] Kurt Neumann, Alte Schmiede – nicht der Sanitätsgefreite, der Bruder – hat mich ohnehin vor Jahren schon mit Auftrittsverbot belegt einer angeblichen antisemitischen Entgleisung wegen, da kommt es auf einen weiteren Witz, wie diesen Wolfowitz, auch nicht mehr an, und Martin Walser könnte, mit geringen Erfolgsaussichten, in puncto Vernichtungswunsch und Darlegung desselben von mir lernen, Vernichtungswunsch, jawohl, nicht Mordfantasie, wenn Fantasie, dann Wandererfantasie, und Professor Schmidt-Dengler würde mir recht geben [...]


Zitiervorschlag:
mit Auftrittsverbot belegt einer angeblichen antisemitischen Entgleisung wegen. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.herberge.1432, 2019-02.