Koscher Nostra

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Kommentar

Verballhornung aus „Cosa nostra“ (für die sizilianische Mafia) und der Bezeichnung „koscher“ (nach dem jüdischen Speisegesetz für den Verzehr geeignet); mit „Koscher Nostra“ (auch „Kosher Nostra“) wird eine jüdisch dominierte Verbrechensorganisation in New York City zu Beginn des 20. Jahrhunderts bezeichnet. Zu Beginn des 21. Jahrhunderts dürfte diese historische Dimension nur noch wenigen potentiellen Rezipienten eines solchen Witzes bekannt sein. Die von Kofler erwähnten Witzpartikel in einem jüdisch-amerikanischen Umfeld befinden sich vielmehr in einem antisemitischen Dunstkreis – ein Umstand, den Kofler in der Folge anspricht.

Textausschnitte

Kalte Herberge, S. 273

[...] – Und schade auch, daß der Bär den blutigen Witz vom Howling Wolfowitz, von der Koscher Nostra, daß er den Wolfowitz nicht verstehen würde, um angemessen einzuschreiten, oder einen nordamerikanischen Artgenossen auf die wölfischen, die Wolfowitzigen Spuren zu lenken, hinter den Busch, in den Busch hinein – ach, daß ein Wesen, es muß gar kein Bär sein, daß ein Wesen in die Lage geriete, den Bush mit Benzin zu übergießen und anzuzünden, den Bush, wie es seiner Mission zukommt, in einen brennenden Dornbusch zu verwandeln! Oh, ich vergesse mich schon wieder, schon wieder Mordlust und Vernichtungsrhetorik, regionales und globales Namensgestöber [...]


Zitiervorschlag:
Koscher Nostra. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.herberge.1420, 2019-02.