Thomas Bernhard

Textausschnitte

Üble Nachrede, S. 122

[...] Dem Bruder Schlafe hätte ich den Namen Thomas Bernhard zum Mund hinaus geschossen; wie wenn nicht auch er schon – nein, er nicht, der nicht einmal das, oder vielleicht doch, wie wenn er nicht seinen Katheter in den gewaltigen Hintern des Joseph Vilsmaier gesteckt hätte, jo leck du mich am Orrsch! Aber von den Vorarlbergern ist noch nie viel zu halten gewesen, so wenig wie von den Niederösterreichern oder Oberösterreichern [...]

Kalte Herberge, S. 269

[...] – Diese vielen ekelhaften Menschen, Menschen, nun, diese vielen ekelhaften Erscheinungen im damit vollgestopften Autobus 74 A , die Landstraßer Hauptstraße hinauf oder hinunter, welche Qual, ihnen mehrmals täglich ausgesetzt zu sein, ihnen und ihren mitgeführten, mit sich getragenen Schicksalen, Lebensgestaltungen, Alltagsbewältigungen, Kinderwagen, Krücken; Inländer, Ausländer, Wiener, Asiaten, gleichviel, nein, gleichviel nicht, die Wiener, die Hiesigen, sind allemal scheußlicher, Paare vor allem, alte und ältere, verstunkene Wiener Ehepaare, wie sie hereinzittern in den Autobus, wie sie hinauszittern aus dem Autobus, dem Autobus 74 A , fürsorglich um einander bemüht und eben deshalb einander abgrundtief gram, wie ich sie hasse! –Nein, Thomas Bernhard kann da überhaupt nicht mitreden, der ist nie mit dem Autobus 74 A gefahren, damals hat es überhaupt noch keinen 74 A gegeben, damals hat es nur – nur!, nur ist gut – die Straßenbahnlinien J und T nach Erdberg oder St [...]


Zitiervorschlag:
Thomas Bernhard. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.herberge.1384, 2019-02.