ENTSCHEIDUNG IM MORGENGRAUEN

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Kommentar

Entscheidung vor Morgengrauen (1951): US-amerikanischer Kriegsfilm (R: Anatol Litvak; B: Peter Viertel, Carl Zuckmayr; D: Oskar Werner, Hildegard Knef), Verfilmung des gleichnamigen Romans von George Howe

Textausschnitte

Kalte Herberge, S. 255

[...] Ich schreibe: jetzt reisen sie wieder, und ich mittendrin, ein Mitreisender, ein mitreißender Mittfünfziger, nein, stimmt nicht, ich nicht mittendrin, ich sitze hier, am Schreibtisch, sie reisen ohne mich, ohne mich über Eschede, Eschwege, Köln, Fahr-Irrlich, und anders als damals, es hätte alles noch gutgehen können, reisen sie, reisen sie wieder, aber nicht wie in EUROPA von Lars von Trier, nicht so, und auch nicht wie in ENTSCHEIDUNG IM MORGENGRAUEN, SO auch nicht, obwohl in Mainz und Mannheim die Hauptbahnhöfe umgebaut werden und die Reisenden Verhältnisse vorfinden wie in E N T - SCHEIDUNG IM MORGENGRAUEN, soferne sie den Film ENTSCHEIDUNG IM MORGENGRAUEN in ihrem Gedächtnis noch vorfinden, und die sie, die Verhältnisse die Reisenden, nötigen, in Mainz während des Wartens auf einen Anschlußzug ein allfälliges Frühstück in der Konditorei Zucker in der Kaiserstraße einzunehmen, wenngleich in ENTSCHEIDUNG IM MORGENGRAUEN die Konditorei Zucker nicht – Da!, jetzt reisen sie wieder, genau kann ich es hören, dieses Reisen und Rollen, dieses Anreisen und Anrollen, Losrollen wie auf Kommando, dieses Rollen von Koffern und Taschen auf Rädern, hören Sie? Nein, nicht Sie, für Ihre Ohren ist das nicht bestimmt [...]


Zitiervorschlag:
ENTSCHEIDUNG IM MORGENGRAUEN. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.herberge.1320, 2019-02.