hätte der Reisende nicht sogleich und von sich aus dem Zugpersonal seinen Irrtum einbekannt und auch die Strafe sofort bezahlt, mit der Auflage, es möge im Zug Licht gemacht werden

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Kommentar

Kofler paraphrasiert hier die Schilderung des Zugunglücks im Spiegel : „Feuchtinger rief den Bahnbeamten zu, er sei der Uebeltäter; aber ehe die 30 Mark Strafe kassiert würden, solle die Bahn einmal Licht in den Abteilen machen“ ([red.] 1948).

Textausschnitte

Kalte Herberge, S. 250

[...] Es hätte alles noch gutgehen können, denn der Zug aus der Gegenrichtung, der D-Zug von Köln nach München, hätte die eingleisige Behelfsbrücke bei Fahr-Irrlich eigentlich schon passiert haben sollen, haben können – aber da hatte ein in einem dunklen Abteil sitzender Reisender, einige Minuten vor der Brücke, um dem fürchterlichen Gestank abzuhelfen, anstelle der Lüftungsklappe die Notbremse erwischt und so den Zug mit Knirschen und Zischen zum Stillstand gebracht, bringen lassen; in dieser Position, wenige Kilometer vor der Brücke, wäre es noch gutgegangen, hätte der Reisende nicht sogleich und von sich aus dem Zugpersonal seinen Irrtum einbekannt und auch die Strafe sofort bezahlt, mit der Auflage, es möge im Zug Licht gemacht werden [...]


Zitiervorschlag:
hätte der Reisende nicht sogleich und von sich aus dem Zugpersonal seinen Irrtum einbekannt und auch die Strafe sofort bezahlt, mit der Auflage, es möge im Zug Licht gemacht werden. In: Werner Kofler: Kommentar zur Werkausgabe. Hrsg. v. Wolfgang Straub und Claudia Dürr. https://gams.uni-graz.at/o:kofler.w3.herberge.1290, 2019-02.